Startseite    Fachkunde   Spezielle Pathologie II Autor: © Dr. Joachim Menges Layout:  © Stefan Münz

Zahnpflege

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Die Zahnbürste

Die Zahnputztechnik

Die elektrische Zahnbürste


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Die tägliche gründliche Pflege der Zähne ist für deren Gesundheit und der des Mundes von besonderer Bedeutung. Es gilt nicht nur die Entstehung von Karies und Parodontitis zu verhindern, sondern auch für einen angenehmen Atem zu sorgen. Dabei darf man eines nicht außer Acht lassen: mit sauberen Zähnen wirkt man attraktiver. Ebenso sollte die Wirkung der Bakterien in der Mundhöhle auf den Gesamtorganismus nicht unterschätzt werden: neueste Studien zeigen, daß diese Einluß auf Allgemeinerkrankungen wie Herzinfarkte oder Frühgeburten haben können. Trotz unseres hohen sozialen Standards in Deutschland ist die Zahnpflege bei vielen Menschen eher mittelmäßig. Es ist daher eine wichtige Aufgabe des Zahnarztes, den Patienten immer wieder in der richtigen Mundhygiene zu unterweisen.  Der Handel bietet eine Vielzahl von Pflegeprodukten, die leicht verwirrend wirken können. Aus diesem Grunde sollen nachfolgend einzelne Hilfsmittel der Mundhygiene und deren Bestandteile beschrieben werden, ohne einzelne Produkte besonders zu empfehlen.

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Die Zahnbürste:

Fast jeder besitzt eine, aber leider nur wenige benutzen sie richtig: die Zahnbürste. Sie sollte einen kleinen Kopf mit mehreren Büscheln aus Kunsthaar haben. Die Borsten sollten nicht zu hart sein, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Weitere Entwicklungen der Industrie wie unterschiedlich hohe Borsten, bewegliche Köpfe oder Federungen sind nicht unbedingt notwendig. Dennoch sollte man nicht vergessen, daß ein angenehmes Gefühl bei der Zahnpflege ein vorzeitiges Ermüden und Aufhören verhindert, so daß sich jeder die Bürste heraussuchen sollte, die einem dieses

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Abb. 1: verschiedene Zahnbürsten

gute Putzgefühl gibt. Die Zahnbürste sollte im Abstand von 3 Monaten gewechselt werden, weil die Borsten nach dieser Zeit ausfransen. Da Bakterien die Zahnbürste besiedeln,  ist ein Wechsel ebenfalls aus rein hygienischen Gründen notwendig. Aus diesem Grund sollte die Zahnbürste auch immer trocken gelagert werden.

 

 
   

Die Zahnputztechnik

Die Putztechnik sollte den individuellen Fähigkeiten und der Situation im Mund angepaßt sein. Im allgemeinen wäre es zu empfehlen, die Innenflächen der Zähne zuerst zu reinigen. Da diese Region schwieriger zu erreichen ist, sollte sie zu Beginn geputzt werden. Man sollte dabei nach einem festen Schema vorgehen, von dem man nicht abweicht, so daß keine Stellen ungeputzt bleiben. Besonders wichtig ist die drucklose Reinigung, um weder Zahnfleisch noch Zahnhals zu verletzen. Druckvolles Scheuern hat keine bessere Reinigungswirkung als sanftes Bürsten ! Zur Kontrolle sollte man darauf achten, daß die Bürsten nicht seitlich umbiegen. Die Dauer einer solchen Reinigung liegt bei ca. 2-3 Minuten. Oftmals wird diese aber bereits nach einer Minute abgebrochen. Eine zweimalige gründliche Reinigung der Zähne pro Tag ist ausreichend, idealerweise putzt man dreimal. Der richtige Zeitpunkt ist umstritten. Generell kann empfohlen werden, die Zähne morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen zu reinigen. Bei häufiger Einnahme von sauren Getränken und Speisen (Orangensaft, Joghurt, Zitronen, etc.), sollte man die Zähne vor dem Frühstück säubern. Vor dem Zähneputzen sollte man den Mund gründlich ausspülen, um zurückgebliebene Speisereste zu entfernen. Nach der Reinigung ist es vorteilhaft nur auszuspucken, damit die Flouride der Zahncreme ihre Wirkung über längere Zeit entfalten können.

 

Es gibt verschiedenste Zahnputztechniken, die dem Alter, der Situation im Mund und den individuellen Fähigkeiten angepaßt sind. Kleine Kinder putzen am besten mit der "Fones"-Technik. Hierbei wird die Zahnbürste senkrecht auf die geschlossenen Zahnflächen gestellt und mit leichten, kreisenden Bewegungen geführt. Für Kinder leicht zu merken ist der Satz: "Von Rot nach Weiß, immer schön im Kreis.". Kleinkinder sollten Zahnbürsten mit großen Griffen benutzen, die sie leichter halten und führen können.

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Abb. 2: "Fones"-Technik

 

Die "modifizierte Stillman"-Technik ist die sogenannte "Rot-Weiß-Technik". Die Zahnbürste wird senkrecht auf den Zahn gesetzt und mit leichtem Druck vom Zahnfleischrand zur Kaufläche geführt, wobei sie um ihre Längsachse gedreht wird. Je nach Geschicklichkeit des Patienten können zusätzlich Rüttelbewegungen durchgeführt werden. Hierbei kommt es neben der Reinigung auch zu einer Massage des Zahnfleisches. Aus diesem Grund ist diese Methode besonders bei Patienten geeignet, deren Zahnfleisch zwar gesund ist, aber Rezessionen aufweist.

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Abb. 3 a+b: "modifizierte Stillman"-Technik

 

Bei Patienten mit Zahnfleischentzündung oder Parodontitis ist die "modifizierte Bass"-Technik zu empfehlen. Hierzu wird die Zahnbürste in einem Winkel von 45° in den Sulkus eingeführt und mit rüttelnden oder kreisenden Bewegungen besonders die Übergangsregion zwischen Zahnfleisch und Zahn gereinigt.

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Abb. 4: "modifizierte Bass"-Technik


Die "Charters"-Technik wird gern bei Patienten angewendet, die bereits einen Rückgang des Zahnfleisches zwischen den Zähnen aufweisen. Hierbei wird die Zahnbürste in einem Winkel von 45° vom Zahnfleisch zur Kaufläche angesetzt und mit kreisenden Bewegungen soweit wie möglich der Zahnzwischenraum gereinigt.

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Abb. 5: "Charters"-Technik

 

 
   

 

Die elektrische Zahnbürste

Lange Zeit galt die elektrische Zahnbürste schlechter als die Handzahnbürste. Weiterentwicklungen haben dazu geführt, daß sie mittlerweile mindestens als gleichwertig anzusehen ist und zum Teil sogar bessere Reinigungsergebnisse liefert. Besonders für Kinder ist sie geeignet, da der Spieltrieb gefördert wird. Allerdings sollte beachtet werden, daß diese Bürsten das Putzen zwar erleichtern, aber nicht die benötigte Zeit verkürzen. Auch mit einer elektrischen Zahnbürste sollte jeder Zahn gründlich gereinigt werden, was ca. 2-3 Minuten in Anspruch nimmt.
Es gibt verschiedenste Designs dieser Bürsten, wobei ein runder oszillierender Kopf zu empfehlen ist. Neueste Bürsten arbeiten zusätzlich mit Schall- oder Ultraschall, was eine ergänzende Reinigungswirkung hat, wahrscheinlich auch gegen Bakterien wirkt. Nachteilig ist hier ein anfängliches "Kitzeln" ausgelöst durch die Vibrationen, das aber nach einer Eingewöhnungsphase wieder verschwindet. Ob die zusätzliche Schall- oder Ultraschallfunktion wirklich von Nutzen ist, bleibt umstritten.

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Abb. 6: Kopf einer elektrischen Zahnbürste

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Abb. 7: Elektrische Zahnbürste



 

      

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