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Das Parodontium - der Zahnhalteapparat

modifizierte Version aus  Uni Würzburg



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Der Zahnhalteapparat besteht aus verschiedenen Stützgeweben, die die Funktion haben, den Zahn im Knochen aufzuhängen und dabei die Belastungen des Zahnes auf diesen zu übertragen. Zu diesem System gehört das Knochenfach (Alveole), die Wurzelhaut (Desmodont), das Wurzelzement und das Zahnfleisch (Gingiva).

 

Das Zahnfleisch (Gingiva) :

Beim Zahnfleisch unterscheidet man folgende Komponenten: die Zahnfleischfurche (Sulkus), das Saumhäutchen (Saumepithel), den supraalveolären Faserapparat (bindegewebiges Attachment), das verhornte Oberflächenepithel. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und zeigt eine mehr oder weniger ausgeprägte Stippelung auf seiner Oberfläche. An der "Mukogingivallinie" geht das Zahnfleisch in die Schleimhaut der Wangen bzw. des Mundbodens über.
Die Zahnfleischfurche wird durch Flüssigkeit aus der Tiefe und Speichel durchspült. Bei einem gesunden Zahnhalteapparat hat die Zahnfleischfurche etwa eine Tiefe von 0,5 mm, das entspricht einer Sondiertiefe von etwa 2 mm.
Das Saumepithel haftet am Zahn. Es bildet den Boden der Zahnfleischfurche bzw. der parodontalen Tasche und dichtet so den Knochen vor den äußeren Einflüssen der Mundhöhle ab.
Der supraalveoläre Faserapparat befindet sich unter dem Saumepithel. Hier verlaufen Fasern von den verschiedensten Punkten des Zahnhalteapparates zu anderen und befestigen so das Zahnfleisch.

 

Die Wurzelhaut (Desmodont) :

Die Wurzelhaut wird durch Bindegewebsfasern gebildet, die vom Wurzelzement zum Knochen strahlen. Dadurch wird der Zahn im Knochenfach "aufgehängt", so daß der Knochen nicht auf Druck (das führt zum Abbau) sondern auf Zug belastet wird (dies stärkt und festigt den Knochen). Weiterhin befinden sich in der Wurzelhaut Blutgefäße zur Ernährung und Nerven, die nicht nur Schmerz weiterleiten, sondern auch dafür verantwortlich sind, daß wir kleinste Dinge, die sich zwischen unseren Zähnen befinden, zur Kenntnis nehmen.

 

Das Wurzelzement :

Das Wurzelzement besteht zu ca. 46% aus dem anorganischen Hydroxylapatit. Im Wurzelzement sind die zum Alveolarknochen ziehenden Fasern des Zahnhalteapparates verankert.

Wurzelzement hat somit eine wichtige Aufgabe für den Halt des Zahnes. Bei vermehrter funktioneller Belastung kann Wurzelzement - wie Dentin - auch nach Abschluss der Zahnebntwicklung gebildet werden.

Dem Wurzelzement (Prüfungsfrage 2001) folgt ins Innere hinein das Zahnbein (Dentin), aus dem der Zahn zum größten Teil besteht.

Da die Odontoblasten nach Abschluss der Zahnentwicklung am Rand der Pulpa erhalten bleiben, kann zeitlebens Dentin (Prüfungsfrage 2001) auf Kosten des Pulpenraumes gebildet werden.

 

Das Knochenfach (Alveole) :

Der Teil des Kiefers, der die Zähne trägt, wird Alveolarfortsatz genannt. Der Knochen wird durch die funktionelle Belastung der Zähne erhalten. Dies ist der Grund, warum bei zahnlosen Menschen der Knochen immer mehr zurückgeht (ein weiterer Grund ist der Druck der Prothese). Der Zahn ist über Bindegewebsfasern im Alveolarknochen aufgehängt. Der Knochenkamm folgt im gesunden Zahnhalteapparat mit einem Abstand von 1-2 mm der Grenze zwischen Wurzelzement und Schmelz.

 

      

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