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Autor: © Dr. Joachim Menges | Layout: © Stefan Münz |
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Parodontitis© Uni Würzburg modifizierte Version |
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Die Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) wird im Volksmund oft Parodontose genannt. Dieser Ausdruck ist nicht korrekt, da es sich hierbei um eine entzündliche Erkrankung handelt ( Suffix -itis ). Die Parodontitis führt statistisch gesehen bei Erwachsenen zu genausoviel Zahnverlusten wie die Karies und sollte aus diesem Grund nicht unterschätzt werden. Sie
trifft vorwiegend Erwachsene, aber auch Jugendliche oder Kinder können
betroffen sein.
Entstehung der Parodontitis
Die Parodontitis entwickelt sich auf dem Boden einer
Zahnfleischentzündung (Gingivitis, s. S. 2). Wenn die Bakterien in der Zahnfleischtasche
nicht entfernt werden, dringen sie tiefer zwischen Zahn und Zahnfleisch in die
Gebiete des Zahnhalteapparates ein. Die Zahnfleischtaschen
vergrößern sich, es entsteht die "parodontale Tasche".
Sobald der Entzündungsprozeß den Kieferknochen erreicht hat,
spricht man von Parodontitis. Die Zerstörung des Knochens ist aber nicht
nur durch die Bakterien, sondern auch durch die Reaktion des Immunsystems
bedingt. Dies erklärt auch den unterschiedlichen Krankheitsverlauf bei
verschiedenen Menschen. Er ist zum einen durch die Heftigkeit der Reaktion des
Immunsystems, zum anderen durch die Art und die "Aggressivität"
(Virulenz) der Bakterien bedingt. Meist beginnt die Zerstörung des
Knochens zwischen den Zähnen, das heißt genau in den Gebieten, die
auch der Zahnreinigung schlecht zugänglich sind. Hat sich erst einmal
eine parodontale Tasche gebildet. Dieser bietet wiederum den Bakterien eine
gute Haftgundlage, so daß sie weiter die Tasche besiedeln. Die Folge
ist, daß der Knochenabbau weiter voranschreitet. In späteren
Stadien kann es zu Zahnlockerung und akuten entzündlichen Eiterungen
(Abszesse) kommen. Desweiteren kann das Zahnfleisch dem Knochenabbau folgen,
was dazu führt, daß der Zahnhals freiliegt.
Ursachen der
Parodontitis
Die Ursachen dieser Erkrankung sind vielfältig. Sie birgt in jedem Fall eine gewisse genetische Komponente: es gibt Menschen, die trotz aller negativen Einflußfaktoren nicht krank werden, während der Großteil der Menschen eine leichte und nur etwa jeder 7. Patient eine schwere Parodontitis bekommt. Desweiteren hängt der Krankheitsverlauf auch von den Erregern in der Mundhöhle ab, so daß man in manchen Fällen die Bakterien speziell erkennen und bekämpfen muß. Der Einfluß der Mundhygiene sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Als Risikofaktoren für die Entstehung und den Verlauf einer Parodontitis gelten auch das Rauchen und der Diabetes mellitus. Sollte die Parodontitis beginnen, ist von entscheidender Bedeutung, wie lange man diese "verschleppt", oder ob bereits in einem frühen Stadium eine ausreichende Therapie eingeleitet wird. All diese Faktoren beeinflussen den Krankheitsverlauf und die Schwere der Parodontitis bzw. wie viele Zähne im Endeffekt hierdurch verloren gehen.
Wie erkenne ich die
Parodontitis ?
Hier muß man die Krankheitszeichen, die nur der Zahnarzt entdecken kann, von denen unterscheiden, die auch der Patient bemerken kann. Besonders wichtig zu betonen ist, daß die Erkrankung lange Zeit keine Schmerzen bereitet ! Warnzeichen einer Parodontitis sind:
In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt aufsuchen, damit dieser die ganze Sache einmal unter die Lupe nehmen kann.
Wie kann ich die
Erkrankung verhindern ?
Das Beste ist eine optimale Mundhygiene. Tägliches Zähneputzen zusammen mit der Verwendung von Zahnseide muß dringendst empfohlen werden (s. Abschnitt Zahnpflege). Sollte die Erkrankung bereits begonnen haben, kann man alleine eine Heilung nicht mehr herbeiführen, da nur in der Zahnarztpraxis die Taschen gereinigt werden können, dort kommt man mit der Zahnbürste nicht hin.
Sonderformen der
Parodontitis
Läßt sich eine parodontale Erkrankung trotz sehr guter Mundhygiene und ausreichender zahnärztlicher Therapie nicht beherrschen, so spricht man von einer "refraktären Parodontitis". Rauchen ist ein hoher Risikofaktor für die Entstehung einer Parodontitis, insbesondere der therapieresistenten refraktären Parodontitis !
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