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Das Herz - Aufbau und Funktion

©  Silke Schindler

Inhalt

 
 


Größe

Das etwa faustgroße Herz liegt schräg im mittleren Bereich des Brustkorbes zwischen den beiden Lungenflügeln. 2/3 befinden sich auf der linken und 1/3 auf der rechten Seite.

 

Begrenzungen

Nach unten grenzt das Herz an das Zwerchfell und nach vorne an die vordere Brustwand. Nach hinten ist das Herz durch die Speiseröhre begrenzt. Die Herzspitze berührt im 4. - 5. Zwischenrippenraum die Brustwand.

 

Sein Gewicht beträgt etwa 250 - 300 g.

 

Die normale Herzfrequenz liegt zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute, das Herzschlagvolumen liegt bei 70 ml und das Herzminutenvolumen bei ca. 5 Liter.
 
 

 

Bau des Herzens
 

Das Herz ist ein Hohlmuskel, der das Blut durch den Körper- in den Lungenkreislauf pumpt. Das Herz besteht aus zwei Hälften, die durch die Herzscheidewand getrennt sind. Herzklappen bestimmen die Fließrichtung des Blutes im Herzen. Zwischen den beiden Vorhöfen und den Kammern befinden sich die Segelklappen. An den beiden Schlagadern befinden sich die Taschenklappen. Gefäße, die vom Herzen wegführen heißen Arterien. Alle Gefäße die zum Herzen hin führen heißen Venen.

Die Herzwand besteht aus drei Schichten: innen wird das Herz durch das Endokard ausgekleidet. Darauf folgt die dicke Herzmuskelschicht, die als Myokard bezeichnet wird. Diese Muskelschicht ist im linken Ventrikel mit 8 - 11 mm am stärksten. Außen liegt der Herzbeutel (Perikard), dessen innere Schicht als Epikard bezeichnet wird. Ein dünner Flüssigkeitsfilm zwischen beiden Schichten setzt die Reibung bei den Herzschlägen herab.

 
 

Funktion des Herzens

Das Herz zieht sich, koordiniert durch das Herznervensystem, rhythmisch zusammen. Zuerst kontrahieren sich die beiden Vorhöfe, anschließend die Herzkammern (währenddessen erweitern sich die Vorhöfe). In der Kammersystole schließen sich die Herzklappen und das Blut wird aus den Kammern in die beiden Schlagadern getrieben. In der nachfolgenden Diastole läßt die Herzmuskelspannung nach; infolge der Druckverhältnisse öffnen sich die Herzklappen und das Blut kann aus den Vorhöfen in die Kammern fließen. Ein ähnlicher Vorgang findet in den Vorhofbereichen statt. Das Blut wird in der Vorhofsystole aus den Vorhöfen in die Herzkammern getrieben, während in der Vorhofdiastole Blut in die Vorhöfe angesaugt wird.

Das Herz liegt im Herzbeutel. Dies ist ein straffer, aus Bindegewebe aufgebauter Sack. Er ist im Mediastinum fest verwachsen. Der Herzbeutel ist mit einer feinen Zellschicht überzogen (Perikard). Die Herzoberfläche ist das Epikard. Die Herzscheidewand (Septum Cardiale) teilt das Herz in zwei Hälften. Jede der beiden Herzhälften teilt sich wiederum in zwei Innenräume. Einen kleinen muskelschwachen Vorhof (Atrium) und eine Kammer (Ventrikel). Die Vorhöfe sammeln das Blut zunächst aus Körper (rechts) bzw. aus Lunge (links) ein. Die Kammern saugen das Blut aus den Vorhöfen an, und pumpen es wieder in den Körper- bzw. Lungenkreislauf.
 
 
 

Das Klappensystem

Die Klappen zwischen Vorhöfen und Kammern bestehen aus dünnen weißem Bindegewebe. Man nennt sie Segelklappen (AV Klappen). Die linke Segelklappe hat zwei Segel. Sie heißt Mitralklappe. Die rechte Segelklappe heißt Trikuspidal- klappe. Sie hat drei Segel. Die Zipfel dieser Segel sind über Sehnenfäden mit den Kammerwänden verbunden. Durch diese Verankerung wird ein Zurückschlagen der Klappen in die Vorhöfe verhindert. Während der Kammererschlaffung öffnen sich die Klappen und lassen das Blut aus den Vorhöfen in die Kammern einfließen. Die Klappen zwischen Kammern und den großen Arterien werden Taschenklappen genannt. Wird das Blut aus den Kammern getrieben, weichen die Klappen auseinander. Fließt das Blut nach beendeter Austreibung zurück in Richtung Kammern, so füllen sich die Mulden mit Blut und verschließen die Öffnung. Die Klappe zwischen linker Kammer und Aorta heißt Aortenklappe. Die Klappe zwischen rechter Kammer und Lungenschlagader heißt Pulmonalklappe. Alle Klappen liegen auf der sog. Klappenebene. Diese besteht aus einem Bindegewebe (Anulus fibrosus), wo die Klappen verankert sind.
 
 
 

Der Blutkreislauf

Die Venae cavae superior/inferior bringen sauerstoffarmes Blut aus dem Körperkreislauf in den rechten Vorhof. Das venöse Blut der Herzkranzgefäße sammelt sich in einem größerem Gefäß (Sinus coronarius) und strömt von dort direkt in den rechten Vorhof. In der rechten Kammer fallen die sog. Papillarmuskeln auf, an denen die Trikuspidalklappe über die Sehnenfäden aufgehängt ist. Die Lungenschlagader (Truncus pulmonalis) stellt den Ausgang der rechten Kammer dar. Das Blut aus der Lunge sammelt sich im linken Vorhof. Von dort fließt es durch die Mitralklappe in die linke Kammer. Von dort gelangt das Blut in den Körperkreislauf.
 
 
 

Der Herzzyklus

Die Kontraktionsphase der Herzhöhlen nennt man Systole. Die Erschlaffungsphase (= Füllungsphase) heißt Diastole. Neben den Kammern arbeiten auch die Vorhöfe in einem Wechsel von Kontraktion und Erschlaffung. So wird am Ende der Diastole aktiv Blut in die Kammern gepreßt. Erschlafft die Kammermuskulatur, erweitern sich die Innenräume der Kammern und es entsteht eine Sogwirkung. Dadurch öffnen sich die Segelklappen. Das Herz arbeitet also nicht nur als Druck- sondern auch als Saugpumpe.

Die Kammersystole besteht aus zwei Phasen:
Anspannungsphase:Die Kammern sind mit Blut gefüllt und die Segelklappen bereits geschlossen. Das Myokard spannt sich an.
Austreibungsphase:Der Druck in den Kammern ist größer als der Druck in der Lungenschlagader und in der Aorta. Die Taschenklappen werden aufgestoßen. Das Blut fließt in die Arterien. Ist dort der Druck wieder höher, schließen sich die Taschenklappen. Die Diastole beginnt wieder.Das Blut fließt aus den Vorhöfen in die Kammern (Füllungsphase). Diese Phase endet mit dem Schließen der Segelklappen.
 
 

Erregungsbildung und Erregungsleitung

Die Bewegung des Herzmuskels wird weitgehend autonom vom herzeigenem Erregungsleitungssystem gesteuert, es löst sowohl Systole als auch Diastole aus. Es besteht aus dem im rechten Vorhof befindlichen Sinusknoten, aus dem im Vorhof-Kammer-Grenzbereich lagernden Atrioventrikularknoten, aus dem sich anschließenden His-Bündel und schließlich aus dem in die Kammermuskulatur führenden Tawara-Schenkel. Außerdem greift das vegetative Nervensystem in die Herzfunktion ein; der N. vagus stößt bis zum Sinusknoten, der N. sympathicus bis zum AV-Knoten vor. Die Eigenströme des Herzens kann man mittels eines EKGs registrieren.
 
 

Blutversorgung des Herzens

Die Versorgung des Herzens geschieht über zwei Gefäße, die von der Aorta abzweigen. Arteria coronaria dextra versorgt den rechten Vorhof, die rechte Kammer, die Herzhinterwand und einen Teil der Kammerscheidewand. Arteria coronaria sinistra teilt sich in zwei Äste auf. Ramus circumflexus und Ramus interventricularis anterior, die für die Durchblutung der linken Kammer, des linken Vorhofs und den größten Teil des Kammerseptums sorgen.  Die Arterien werden während der Diastole mit Blut versorgt.
 
 

Effekte von Sympathikus und Parasympathikus

Der Sympathikus steigert die Herzleistung, der zum Parasympathikus gehörende N. vagus hemmt dagegen die Herzleistung. Die Herznerven wirken auf die Schlagfrequenz (Chronotropie), auf die Schlagkraft (Inotropie) und auf die Erregungs- leitungsgeschwindigkeit (Dromotropie) ein.
 



    

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