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Gingivitis

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Die Mundhöhle ist vom Kindesalter an mit Bakterien besiedelt. Nach Durchbruch der Zähne finden sich hier verstärkt Mikroorganismen, die an Zahnflächen anhaften können. Hier bietet neben Fissuren und Grübchen der Raum zwischen den Zähnen und der Zahnfleischrand besonders gute Bedingungen. Hier bilden die Bakterien die sogenannte "Plaque".

 

 

   

Plaque

Plaque ist ein klebriger Belag an den Zähnen, der aus verschiedensten Bakterien, die sich rasch vermehren, und einer "Kittsubstanz" (Matrix) besteht, die sich aus Speicheleiweißbestandteilen und verschiedenen Zuckern zusammensetzt. Plaque ist eine weißliche Substanz, die sich mit Instrumenten (zum Beispiel einer Zahnbürste) wegwischen, aber nicht durch Wasser wegspülen läßt. Gleitet man mit der Zunge darüber, fühlt sich die Plaque ab einer gewissen Dicke "pelzig" an. Die einzige Möglichkeit, die Plaquebildung zu verhindern, ist die tägliche Mundhygiene mit Zahnbürsten, Zahnseide, etc. Die Plaque läßt sich durch spezielle Färbemittel (z.B. Kautabletten) anfärben.

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Abb. 1: Plaque-Ansammlung an Unterkiefer-Zähnen

 

 

   

Zahnstein

Zahnstein ist nicht dasselbe wie Plaque, obwohl seine Entstehung mit deren verknüpft ist. Mineralien aus dem Speichel, wie zum Beispiel Phosphat oder Calcium, lagern sich in die Plaque ein, zudem sterben Bakterien ab. Dies alles führt zum Erhärten der Plaque, so daß Zahnstein entsteht. Dieser läßt sich mit der Zahnbürste nicht mehr entfernen, hier muß der Zahnarzt für Abhilfe sorgen. Die rauhe Oberfläche des Zahnsteins bildet aber wiederum eine gute Haftgrundlage für Bakterien, so daß sich hier Plaque leichter neu bildet. Der sichtbare Zahnstein entsteht besonders an den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen, die sich in der Nähe der Unterkiefer-Frontzähne und des ersten großen Backenzahnes im Oberkiefer befinden.

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Abb. 2: Zahnsteinablagerung im Unterkiefer-Frontzahnbereich

 

 

   

Die Zahnfleischentzündung

Die Plaque ist zum einen an der Entstehung von Karies aber auch der Zahnfleischentzündung beteiligt. Wird die Plaque über einen längeren Zeitraum nicht entfernt, so produzieren die Bakterien Substanzen, die im Zahnfleisch eine Abwehrreaktion des Immunsystems hervorrufen. Es entsteht die akute Gingivitis, die innerhalb weniger Tage in eine chronische Gingivitis übergeht. Durch eine im Ausmaß variable Schwellung des Zahnfleisches kommt es zur Bildung einer Zahnfleischtasche, die wiederum eine gute Wachstumsgrundlage für weitere Bakterien darstellt. Deutlich sichtbar ist eine Rötung des Zahnfleisches, die Stippelung verschwindet. Das Zahnfleisch blutet schon bei leichter Berührung, wie zum Beispiel mit der Zahnbürste oder der Sonde des Zahnarztes. Die Gingivitis ist im allgemeinen schmerzlos. Der Schweregrad korreliert direkt mit der Mange der Plaqueansammlung. Hier ist allerdings noch eine vollständige Heilung möglich, wenn die Plaque entfernt und fortan die Zähne saubergehalten werden.

 

 

   

Sonderformen der Zahnfleischentzündung

Sonderformen der Zahnfleischentzündung sind relativ selten. Diese äußern sich in kugelförmigen Schwellungen des Zahnfleischrandes, Geschwürs- und Kraterbildungen sowie starken Eiterungen.
Desweiteren unterscheidet man Erkrankungen des Zahnfleisches, die nicht durch Plaque hervorgerufen, sondern zum Beispiel Ausdruck systemischer Erkrankungen sind.



 

      

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