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Die einzelnen Knochen des menschlichen Schädels

 

Am knöchernen Gerüst des Kopfes unterscheidet man zwischen Gesichtsschädel

und Gehirnschädel. Der Gesichtsschädel setzt sich aus 15, der Gehirnschädel aus 14

Einzelknochen zusammen.

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Zum G e s i c h t s s c h ä d e l gehören :

 

1. Mandibula Unterkiefer unpaarig

2. Maxilla Oberkiefer paarig

3. Os palatinum Gaumenbein paarig

4. Os zygomaticum Jochbein paarig

5. Concha nasalis inferior untere Nasenmuschel paarig

6. Vomer Pflugscharbein unpaarig

7. Os nasale Nasenbein paarig

8. Os lacrimale Tränenbein paarig

9. Os hyoides Zungenbein unpaarig

 

Zum G e h i r n s c h ä d e l gehören:

 

1. Os ethmoides Siebbein unpaarig

2. Os frontale Stirnbein unpaarig

3. Os sphenoides Keilbein unpaarig

4. Os temporale Schläfenbein paarig

5. Os occipitale Hinterhauptbein unpaarig

6. Os parietale Scheitelbein paarig

 

 

1. Mandibula -- Der Unterkiefer

 

Der Unterkiefer ist ein unpaariger Knochen, der mit dem übrigen Teil des Schädels durch das Kiefergelenk beweglich verbunden ist . Vor der Geburt ist er noch ein paariger Knochen. Damit nach der Geburt der sogenannte "Saugeffekt " entsteht, wächst er in der Mitte zusammen. An ihm lassen sich drei Hauptteile unterscheiden:

 

1. Corpus mandibulae der Unterkiefer

2. Rami mandibulae die Unterkieferäste

3. Processus alveolaris der Zahnbettfortsatz

 

Die Unterfläche heißt Basis mandibulae; der Übergang von dieser zum Unterkieferast ist der Angulus mandibulae ( Unterkieferwinkel ). An der Außenseite des Unterkiefers liegen von mesial nach distal :

 

1. Trigonum mentale das Kinndreieck

2. Protuberantia mentalis der Kinnvorsprung

3. Tuberculum mentale die Kinnhöcker

4. Fovea mentalis das Kinngrübchen

5. Foramen mentale das Kinnloch

Der aufsteigende Ast endet mit zwei Fortsätzen, dem Processus muscularis ( Muskelfortsatz )

und dem Processus articulares ( Gelenkfortsatz ). Zwischen beiden liegt die Incisura mandibularis (Unterkiefereinschnitt).

 

2. Maxilla -- Der Oberkiefer

 

Der Oberkiefer ist ein paariger Knochen. Die Hauptteile sind :

 

1. Corpus maxillae der Oberkieferkörper

2. Processus frontalis der Stirnfortsatz

3. Processus zygomaticus der Jochfortsatz

4. Processus alveolaris der Alveolarfortsatz

5. Processus palatinus der Gaumenfortsatz

 

 

Der Oberkieferkörper enthält im Inneren die Oberkieferhöhle Sinus maxillaris . Ihr Ausgang zur Nasenhöhle ist der Hiatus sinus maxillaris. Am Körper unterscheidet man vier Flächen:

 

1. Facies orbitalis die Augenhöhlenfläche

2. Facies anterior die vodere Fläche ( Gesichtsfläche )

3. Facies infratemporalis die Unterschläfenfläche ( Tuberfläche )

4. Facies nasalis die Nasenfläche

 

Die Verbindung von der Augenhöhle zum unteren Nasengang stellt der Sulcus lacrimalis (Tränenfurche ) her, der durch das Tränenbein und die Anlagerung der unteren Muschel geschlossen wird.

 

In der Voderansicht sieht man:

 

1. Foramen infraorbitale das Unteraugenhöhlenloch

2. Fossa canina die Eckzahngrube

3. Incisura nasalis der Naseneinschnitt

 

 

Am Boden der Augenhöhle liegen: der Canalis infraorbitale ( Unteraugenhöhlenkanal ) und der Sulcus infraorbitalis ( Unteraugenhöhlenfurche ). Letztere führt in die Fissura orbitalis sphenomaxillaris ( Keilbeinoberkieferaugenhöhlenspalte ), die außer vom Oberkiefer noch vom

Keilbein, Gaumenbein und Jochbein begrenzt wird .

 

 

An der Nasenfläche liegt die Siebbeinleiste und darunter die Muschelleiste. Am Boden der Nasenhöhle erhebt sich über der Mittellinie die Nasenleiste. Zu beiden Seiten dieser Leiste beginnt hinter dem Nasenstachel der Schneidezahnkanal . Beide Kanäle münden gemeinsam auf der Gaumenseite hinter den mittleren Schneidezähnen im Schneidezahnloch. Die Schneidezähne stehen in einem, im Kindsalter besonders gut sichtbaren Kieferabschnitt, dem Os incisivum (Zwischenkiefer, Schneidezahnkiefer ) .

Die beiden Oberkieferbeine ( Maxillae ) stehen in Verbindung miteinander; jedes von ihnen mit dem Gaumenbein, dem Jochbein, dem Pflugscharbein, der unteren Nasenmuschel, dem Siebbein, dem Tränenbein, dem Nasenbein und dem Stirnbein.

 

3. Os palatinum -- Das Gaumenbein

 

 

Das Gaumenbein besteht im wesendlichen aus der senkrechten Lamina maxillaris (Oberkieferblatt) und der horizontalen Lamina palatina ( Gaumenblatt ). Der vodere Rand des Oberkieferblattes ist mit der Nasenfläche des Oberkiefers und der hintere Rand mit dem Flügelfortsatz des Keilbeines verbunden. Nach oben endet sie in zwei Fortsätzen, dem Augenhöhlenfortsatz und dem Keilbeinfortsatz . Zwischen den beiden liegt der Flügelgaumeneinschnitt, die durch Überlagerung des Keilbeinkörpers zum Flügelgaumenloch wird.

Die Nasenseite des Gaumenbeines zeigt das nächste Bild :

 

 

4. Os zygomaticum -- Das Jochbein

 

Das Jochbein besteht aus zwei Platten :

1. Einer Augenhöhlenplatte ( Lamina orbitalis )

2. Einer Wangenplatte ( Lamina malaris )

Außerdem, besteht es noch aus drei Fortsätzen:

1. Processus frontosphenoideus ----------------- Stirnkeilbeinfortsatz, bildet den lateralen Abschnitt des Augenhöhlenrandes

2. Processus temporalis ---------------- Schläfenfortsatz, stellt die Verbindung mit dem Jochfortsatz des Schläfenbeines her

3. Processus maxillaris ----------------- Oberkieferfortsatz, bildet den unteren Abschnitt des Augenhöhlenrandes

 

Die beiden Platten kann man als den Körper des Jochbeines ansehen . An ihnen gibt es drei Flächen:

1. Facies orbitalis ------------------- Augenhöhlenfläche

2. Facies malaris -------------------- Wangenfläche

3. Facies temporalis -------------------- Schläfenfläche

 

Auf der Augenhöhlenfläche liegen ein oder mehrere Jochaugenhöhlenlöcher , von denen aus ein gegabelter oder mehrere Kanäle durch das Jochbein ziehen .

 



   

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