Startseite  FACHKUNDE  Fragen Blut und Kreislaufsystem  Autor: © Dr. Joachim Menges Layout: © Stefan Münz

KZBV-Logo / gelbes-Z

Fachausdrücke


Diese Seite ist ein Ordner mit Verweisen zu untergeordneten Seiten
 


Albumin




Eiweißbestandteil in der Blutflüssigkeit (ca. 70 % des Gesamteiweißes). Funktion: Transport von Salzen, Wasser und Farbstoffen, Druckausgleich zwischen Gefäßsystem und Gewebe.


Allergie



Überempfindlichkeit. Verstärkte Reaktion des  Immunsystems beim Kontakt mit einem   Antigen.


AMG = Arzneimittelgesetz



Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln. Es enthält insbesondere Regelungen über die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Arzneimitteln.


Antigen



Ein  Molekül, das vom Körper als fremd erkannt wird und dadurch eine bestimmte Antwort des   Immunsystems hervorruft.


Antikörper



Ein Eiweiß (Protein), das sich gegen ein bestimmtes  Antigen richtet und entweder von Natur aus in einem Organismus vorhanden ist oder von diesem nach dem Kontakt mit einem Antigen von den weißen Blutkörperchen gebildet wird.


Apherese



Das Blut wird während der Entnahme in seine Bestandteile aufgetrennt. Die Bestandteile, an denen im Moment kein Bedarf besteht, werden dem Kreislauf des Spenders wieder zugeführt (wie etwa bei der  Thrombapherese).


Autolog



Dasselbe Individuum betreffend oder zu ihm gehörend. Die Eigenblutspende ist eine autologe Blutspende. Bei der homologen Blutspende erhält ein Patient Blutkonserven fremder Spender. Bei der autologen Blutspende wird ihm sein eigenes Blut verabreicht.


Bakterien



Einzellige Organismen, die selbständig lebens- und vermehrungsfähig sind. Sie sind ungefähr ein Mikrometer (ein Millionstel Meter) groß und kommen in vielen verschiedenen Arten vor.


Bluterkrankheit   Hämophilie




Blutersatzstoffe



Blutersatzstoffe zu entwickeln, die in beliebiger Menge billig zu erzeugen und beliebig lange lagerbar sind, zählt heute zu den größten Herausforderungen der Transfusionsmedizin. Noch gibt es kein  "Kunstblut", mit dieser Bezeichnung ist meist  Hämoglobin gemeint. Versuchen mit Hämoglobin liegt die Annahme zugrunde, daß für den Sauerstofftransport im Blutkreislauf nicht ganze  Erythrozyten, sondern bloß das daraus gewonnene "Hämoglobin" nötig wäre. Hämoglobin hat aber eine sehr kurze "Halbwertszeit", das bedeutet: Seine Verweildauer im Kreislauf ist kurz, beträgt nur wenige Stunden, dann wird der Blutersatzstoff wieder ausgeschieden. Damit eignet sich Hämoglobin zwar für die kurzzeitige Behandlung von Patienten, die etwa durch einen Unfall viel Blut verloren haben, aber nicht für die Behandlung von Langzeitpatienten mit einem Mangel an Sauerstoffträgern im Blut.


Blutgruppen



 Antigene auf der Oberfläche von Blutzellen, gegen die  Antikörper gebildet werden können. Auch jemand, der nicht mit fremdem Blut in Kontakt gekommen ist, besitzt Antikörper gegen diejenigen Antigene des AB0-Systems, die er selbst nicht trägt.


Blutplasma



Blut besteht etwa zu 45 Prozent aus festen Bestandteilen (Blutzellen) und zu 55 Prozent aus flüssigen, dem Blutplasma. Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, in dem etwa zehn Prozent Eiweiße, Nährstoffe, Minerale und Abfallstoffe gelöst sind.



Buffy Coat



Graurote Masse, die bei der  Inline-Filtration von Vollblut im Filter bleibt und hauptsächlich aus   Leukozyten und   Thrombozyten besteht.


Diagnostisches Fenster



Der Zeitraum zwischen dem Eindringen von Krankheitserregern in den Körper und der Bildung von Antikörpern dagegen. Im diagnostischen Fenster besteht zwar bereits eine Infektion, mangels vorhandener  Antikörper kann diese durch Antikörpertests aber noch nicht erkannt werden. Eine deutliche Verbesserung zur Schließung des diagnostischen Fensters bietet der  PCR-Test.


DNA (DNS)



Desoxyribonukleinsäure (engl. desoxyribo nucleic acid); Erbsubstanz, Träger der Erbinformationen. Die Erbinformation wird durch die Reihenfolge der DNS-Bausteine (Nukleotide) festgelegt.


Erythrozyten



Rote Blutkörperchen - sie enthalten den roten Blutfarbstoff   Hämoglobin sind für den Sauerstofftransport im Körper lebensnotwendig.


Fibrin



Eiweißgeflecht, das bei Verletzungen einer Ader in Verbindung mit   Thrombozyten ein dichtes Netz bildet, welches die austretenden Blutzellen auffängt und die Wunde verschließt, bis sie abgeheilt ist.


Frischplasma



Sofort nach der Blutspende durch Entfernen der Blutzellen gewonnene Blutflüssigkeit. Es enthält alle beim gesunden Menschen vorhandenen wirksamen Bestandteile, zum Beispiel zur Aktivierung der Blutgerinnung. Durch Einfrieren des Frischplasmas unter minus 30 Grad Celsius können die Gerinnungsfaktoren in gefrorenem Zustand über einen größeren Zeitraum in ihrer Aktivität erhalten bleiben (FFP = Fresh Frozen Plasma).


Gerinnungsaktive Plasmaprodukte



Nach speziellen Anreicherungsverfahren gewonnene Bestandteile aus dem   Blutplasma zum spezifischen intravenösen Einsatz bei isoliertem Mangel, zum Beispiel Faktor VIII bei  Hämophilie A.


Geschlossenes System



Die Verarbeitung von Spenderblut erfolgt von der Spende bis zur fertigen Konserve in einem geschlossenen System. Am Spendenbeutel, der bei der Abnahme gefüllt wird, hängen nicht nur die Einwegnadel (wird nach der Abnahme vernichtet), sondern außerdem drei weitere Beutel. Die vier "Kammern" dieses Blutbeutels sind mittels Schläuchen verbunden, die Abtrennung erfolgt mittels sterilen Abschweißens. In diesem geschlossenen System bewegt sich das Blut von der Abnahme bis zur Lieferung ins Spital. Nichts kann von außen in dieses System dringen (und umgekehrt). Die Gefahr einer Verunreinigung ist ausgeschlossen.


Hämatokritwert



Dieser Wert gibt das Verhältnis zwischen festen Blutbestandteilen (Blutzellen) und Blutflüssigkeit (  Plasma) an.


Hämoglobin



Der rote Blutfarbstoff, enthalten in den  Erythrozyten. Hämoglobin bindet Sauerstoff chemisch an sich.


Hämophilie



Krankheit, die durch einen Mangel an Blutgerinnungsfaktoren verursacht wird. Bekämpfung zum Beispiel früher mit   gerinnungsaktiven Plasmaprodukten, heute mit Konzentraten.


Hepatitis



Leberentzündung. Nach der labordiagnostischen Erfaßbarkeit lassen sich mehrere Arten unterscheiden (A, B, C etc.). Heute werden alle Blutspenden routinemäßig auf einen Eiweißkörper in der Blutflüssigkeit, der Oberflächenbestandteil des Hepatitis-B-Virus ist, und auf  Antikörper gegen Hepatitis C (HCV-Antikörper) untersucht.


Immunglobuline



Spezielle Präparationen eines sofort hochwirksamen Abwehrstoffes. Bei manchen Erkrankungen wie  Hepatitis B, Tetanus oder Tollwut können solche Immunglobuline den möglichen schweren Krankheitsverlauf lindern oder die Krankheit heilen.


Immunsystem



Der Körper wird von mehreren Abwehrsystemen vor Krankheiten geschützt. Eines dieser Abwehrsysteme wird von weißen Blutkörperchen (  Leukozyten) gebildet, von denen es drei Typen gibt. Wenn zum Beispiel durch eine Wunde Krankheitserreger in den Körper eindringen, werden sie von Granulozyten umzingelt. Dabei helfen größere weiße Blutkörperchen, die Monozyten. Die Zellen des dritten Typs, die Lymphozyten, bilden daraufhin  Antikörper, die die Eindringlinge unschädlich machen.


Inline-Filtration



Erster Schritt bei der Zerlegung des Vollblutes in seine Komponenten. Das Vollblut fließt durch einen Filter, in dem weiße Blutkörperchen und Blutplättchen (zusammen der  "buffy coat" genannt) hängenbleiben. Übrig bleiben  Blutplasma und rote Blutkörperchen. Die Filterung führt zu einer verbesserten Qualität der späteren Blutkonserve: Mögliche Krankheitserreger, die an Blutkörperchen oder Blutplättchen gebunden sind, fangen sich schon vor den zahlreichen Tests im Labor in den Filtern. Inline-gefilterte Blutkonserven sind auch immunologisch verträglicher für die Patienten.


Kapillaren



Haargefäße. Die kleinsten Blutgefäße im Kreislaufsystem.


Kunstblut  Blutersatzstoffe




Leukozyten



Weiße Blutkörperchen, Teil des Immunsystems.


Molekül



Alle festen, flüssigen und gasförmigen Stoffe bestehen aus Atomen. Verbindungen mehrerer Atome heißen Moleküle. Zum Beispiel: Wasser besteht aus einem Sauerstoffatom (chemisch O) und aus zwei Wasserstoffatomen (chemisch H). Die chemische Formel für das Wassermolekül lautet H2O.


PCR-Test



PCR = Polymerase Chain Reaction (Polymerase-Kettenreaktion). Dringen Krankheitserreger in den Körper ein, bilden die weißen Blutkörperchen  Antikörper, um den Eindringling unschädlich zu machen. Diese Antikörper können durch Tests nachgewiesen werden. Die Dauer bis zur Bildung von Antikörpern heißt  "diagnostisches Fenster". In diesem Zeitraum besteht zwar schon eine Infektion, es gibt aber noch keine Antikörper, die durch einen Test feststellbar wären. Der PCR-Test funktioniert auf gentechnischer Grundlage und kann das Erbgut oder Teile des Erbguts von Krankheitserregern erkennen. Ein PCR-Bluttest kann also nicht nur die Antikörper gegen einen Krankheitserreger feststellen, sondern bereits den Erreger selbst.


Plasma  Blutplasma




Plasmapherese



Maschinelle Gewinnung (  Zellseparator) nur der Blutflüssigkeit (  Plasma) vom Spender oder Patienten durch Zentrifugierung des Blutes. Die Plasmapherese wird unter anderem zur Herstellung besonderer, therapeutisch unterschiedlich wirksamer Präparate oder zur Entfernung krankhafter Bestandteile aus Patientenblut eingesetzt. Die sofortige Rücktransfusion der Blutzellen erlaubt einen häufigeren Einsatz des Spenders bzw. die baldige Wiederholung der Plasmapherese beim Patienten.


Rhesus-Faktor



Erbliche Blutgruppeneigenschaft.


Thrombapherese



Verfahren, bei dem aus dem Spenderblut die  Thrombozyten mit Hilfe eines besonderen Gerätes (   Zellseparator) entfernt werden. Dabei wird der Rest des Blutes dem Spender zurückgeführt. Solche Blutpräparate werden von speziell ausgesuchten Blutspendern für bestimmte Patienten (wie etwa Leukämiepatienten) gewonnen.


Thrombopenie



Verminderung der Anzahl von  Thrombozyten im Blut.


Thrombozyten



Blutplättchen, die kleinsten Zellen unseres Blutes. Sie sammeln sich an Stellen, an denen ein Blutgefäß verletzt wurde, und verschließen in Verbindung mit  Fibrin die Öffnung wieder. Ihre Verminderung kann eine tödliche Blutung zur Folge haben.


Virus



Krankheitserreger, der nur aus der Erbsubstanz und einem Eiweißmantel besteht. Viren können sich nur in lebenden Zellen vermehren.


Zellseparator



Zellseparation ist die Auftrennung des Blutes nach der Schwere bzw. Größe seiner verschiedenen Bestandteile mit Hilfe einer Zentrifuge, eines besonderen Gerätes (Separator), in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Diese Methode wird bei besonders geeigneten, ausgesuchten Spendern angewandt, um einzelne Blutbestandteile in möglichst hoher Konzentration gezielt für einen Patienten zu gewinnen, aber auch bei Patienten, um krankhafte Blutbestandteile aus dem Körper zu entfernen. Dabei werden dem Spender bzw. dem Patienten die anderen Blutbestandteile wieder zurückgeführt.



   

  Startseite  FACHKUNDE  Fragen Blut und Kreislaufsystem  Gästebuch  © 2000  Dr. Joachim Menges