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3. Bilderzeugung
3.1 Röntgen
Die Eigenschaft des Körpers, die die
Schwärzung des Röntgenfilms
beeinflußt, ist die Röntgenabsorption.
Knöchernes Gewebe hat eine höhere
Röntgenabsorption als Weichgewebe und kann
damit auf einer Aufnahme erkannt werden. Der
Effekt der Absorption ist von Wellen des
sichtbaren Lichts bekannt. Während Luft,
Flüssigkeiten oder Glas mehr oder weniger
durchlässig für Lichtwellen sind,
absorbieren und reflektieren die meisten
Festkörper Licht und werden damit für
das Auge erkennbar. Körpergewebe ist nur in
sehr geringem Maß durchlässig für
Licht, so daß optisch keine Informationen
über das Skelett gewonnen werden
können. Röntgenstrahlen sind im
Vergleich zu Lichtstrahlen energiereicher und
haben damit besser die Fähigkeit,
Flüssigkeiten und Festkörper zu
durchdringen. Diese Tatsache macht man sich bei
Röntgengeräten zu Nutze (Abb. 3).

Schema einer Röntgenaufnahme
Ausgehend von der Strahlquelle, einer
Röntgenröhre, durchläuft die
Röntgenstrahlung eine Blende, die
verhindert, daß Strahlung außerhalb
des erwünschten Nutzstrahlkegels, in dem der
zu untersuchende Körperbereich und der Film
positioniert werden, auftritt. In dieser
Blendenanordnung befindet sich auch ein
röntgendurchlässiger Spiegel, von dem
aus ein Lichtfeld zur Positionierung eingeblendet
wird. Die Röntgenstrahlung durchquert den
luftgefüllten Raum ohne meßbare
Abschwächung und trifft auf das Gewebe. Hier
treten unterschiedliche Wechselwirkungen auf. Bei
einer Reflexion oder Streuung wird die Richtung
eines Strahls verändert, so daß dieser
nicht mehr auf den Film trifft. Bei einer
Absorption wird die Energie der
Röntgenstrahlung im Gewebe freigesetzt, das
Röntgenquant wird vernichtet. Diese
Energiefreisetzung hat schädigende Wirkungen
auf das Gewebe. Für jeden Gewebetyp gibt es
in Abhängigkeit der Wellenlänge der
Röntgenstrahlung charakteristische
Abschwächungskoeffizienten. Ein solcher
Abschwächungskoeffizient gibt an, welcher
Anteil der einfallenden Strahlung auf einer
festen Weglänge gestreut, reflektiert,
gedämpft oder absorbiert wird. Damit ergibt
sich nach der Durchstrahlung eines heterogenen
Objektes, z.B. einem Abschnitt des Körpers
mit unterschiedlichen Gewebetypen, bei gleicher
Einstrahlungsintensität eine örtlich
unterschiedliche Austrittsintensität der
Röntgenstrahlung. Um diese sichtbar zu
machen, wird eine Röntgenfilmkassette hinter
dem durchstrahlten Körper im Strahlengang
positioniert. Diese Filmkassette ist
lichtundurchlässig, eine Aufnahme kann damit
bei Raumbeleuchtung erfolgen. Die
höherenergetische Röntgenstrahlung kann
die Abdeckung der Kassette durchdringen und den
Film belichten. Eine Verstärkerfolie in der
Kassette wandelt Röntgenstrahlung in Licht
um, so daß eine Belichtung des Films schon
bei niedrigen Strahlendosen erfolgen kann. Die
Belichtung des Films ist eine chemische
Umwandlung, hervorgerufen durch die Energie der
einfallenden Strahlung. Beim Entwickeln des
Filmes wird diese Umwandlung sichtbar gemacht.
Der Röntgenfilm ist ein Negativ. Eine
Aufnahme ist dunkel an den Stellen, an denen viel
Strahlung auf den Film gelangt ist. Knochen und
andere Gewebe hoher Röntgenabschwächung
lassen weniger Strahlung auf den Film treffen, an
diesen Stellen bleibt die Aufnahme hell (Abb. 4).
Dabei ist zu beachten, daß die Dicke der
durchstrahlten Körper einen wesentlichen
Einfluß auf die Belichtung des Films hat.

Röntgenaufnahme eines
Fußgelenks
Die Aufgabe des Betrachters ist es, das erzeugte
Grauwertbild in Hinblick auf unterschiedliche
diagnostische Kriterien zu beurteilen. Um eine
Röntgenaufnahme mit Mitteln der
Bildverarbeitung auswerten zu können,
muß diese beispielsweise mit einem
CCD-Scanner digitalisiert oder direkt digital
erzeugt werden.
3.2 CCD-Kamera
Eine Kamera mit CCD-Array13 liefert
digitale Bilder, die für die
Bildverarbeitung direkt zur Verfügung
stehen. Der optische Strahlengang einer
CCD-Kamera ist identisch mit dem eines
üblichen Photoapparats. Anstelle des kurz
dem Licht ausgesetzten Films befindet sich in der
digitalen Kamera das CCD-Array, auf das
kontinuierlich Licht fällt. Das CCD-Array
ist ein aus vielen kleinen Strukturen aufgebautes
elektronisches Bauteil. In Zeilen und Spalten
angeordnete Bereiche auf dem CCD-Chip messen das
einfallende Licht. In der Analogie entspricht das
CCD-Array einem Feld, das in quadratische
Abschnitte eingeteilt ist, in denen Eimer stehen.
Wenn Regen auf dieses Feld fällt, dann kann
an der Wasserhöhe in jedem einzelnen Eimer
abgelesen werden, wieviel Wasser in diesem
kleinen Bereich des gesamten Feldes gefallen ist.
In Analogie hierzu mißt jedes Bauemelent
des CCD-Arrays, wieviel Licht in einer bestimmten
Zeit eingefallen ist. Bei einer digitalen
Photokamera wird die Messung nach einer festen
Belichtungszeit unterbrochen, die Menge an
eingefallenem Licht pro Element wird als die
Helligkeit eines Punktes im erzeugten Bild
verwendet. Ein solches Bild ist damit immer
quantisiert und diskretisiert. Statt der
kontinuierlichen Helligkeitsunterschiede, wie sie
beispielsweise auf Röntgenfilmen vorliegen,
hat das Bild nun eine endliche Anzahl an Zeilen
und Spalten, jeder Bildpunkt, also jedes Feld in
dieser Tabelle aus Zeilen und Spalten hat als
Grauwert eine ganze Zahl erhalten.
Um statt der Grauwert-Aufnahmen farbige Bilder
zu erhalten, arbeitet eine CCD-Kamera -wie das
menschliche Auge auch- mit drei Farbkanälen,
die einzeln belichtet werden.
3.3 Computertomographie
Mit der Computertomographie besteht die
Möglichkeit, das Innere des menschlichen
Körpers in Volumen-Darstellungen zu
präsentieren. Dabei entsteht das Bild nicht
mehr durch Abbildungen in einem Strahlengang wie
beim Röntgen oder einer Kamera. Durch
Einsatz eines Computers werden
Meßergebnisse aus dem Innern des
Körpers als Bild dargestellt.

Schema der Computertomographie
Abbildung 5 zeigt schematisch den Aufbau und die
Funktion eines Computertomographen. Der Patient
wird von der Röntgenquelle und einem
Röntgendetektor umfahren. Der Detektor
mißt, wieviel Röntgenstrahlung an den
einzelnen Positionen der Messung durch den
Körper gelangt ist. Die Messung erfolgt
unter verschiedenen Winkeln und Lagen. Die dabei
gewonnenen Meßergebnisse enthalten wie bei
der konventionellen Röntgenaufnahme die
Information über die Summe aller
Abschwächungen in den Gewebeteilen entlang
des Strahls. Der durchmessene Raum wird in ein
festes Raster von 512x512x n oder 1024x1024x n
Voxeln, also kleinen Volumenelementen,
aufgeteilt. Das Gerät arbeitet Schichtweise,
n ist die Anzahl der Schichten, die aufgenommen
werden. Die Meßergebnisse ergeben zusammen
ein umfangreiches Gleichungssystem. Die
Lösung dieses Gleichungssystems ergibt
für jedes Volumenelement im Innern des
Körpers die individuelle
Röntgenabschwächung. Im CT-Bild
erscheinen die Volumenelemente in den Graustufen,
die Gewebe mit dieser
Röntgenabschwächung auf einem
Röntgenfilm erhalten würde. Eine
Präsentation der Volumendaten erfolgt in
Schnittbildern oder nach einer umfangreichen
Bildverarbeitung als Modell (Abbildung 6).


Computertomographie als Schnittbild und
Modell
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