Zahnzerstörende
Säure
wird von an sich harmlosen
Mundbakterien
als Stoffwechselprodukt
ausgeschieden. Diese Bakterien ernähren sich vorzugsweise von
Zucker
, der in den Süßigkeiten offen - und in vielen
anderen Nahrungsmitteln versteckt - reichlich vorhanden ist.
Zucker ist
ein Hauptanteil unserer Nahrung geworden. Seine Aufnahme zu verhindern
oder gar zu verbieten ist illusorisch. Aber Untersuchungen haben
gezeigt, dass sich der Verzehr von Süßigkeiten während der
Hauptmahlzeiten oder kurz danach (Dessert) weniger schädlich auf die
Zähne auswirkt. Verteilt man die gleiche Menge
Süßigkeiten jedoch über den ganzen Tag, erhöht sich das
Kariesrisiko rapide, da die Bakterien ein
Vielfaches an Säure produzieren und den Zahnschmelz ständig angreifen.
Besonders schlimm ist daran, dass
die Werbeaussagen der Zuckerindustrie diesen
schädlichen Zusammenhang verniedlichen oder missachten. Da wird mit flotten Sprüchen
noch auf eine gesunde Ernährung abgehoben.
Millionen werden durch diese irreführende Werbung umgesetzt,
aber noch für mehr Millionen Schäden besonders bei Kindern und Jugendlichen angerichtet.
Nur durch eine Änderung des Essverhaltens und eine Umstellung auf weniger Zucker oder
auf
Zuckeraustausch
und
Zuckerersatzstoffe
lassen sich derartige Schäden
weitgehend vermeiden. Neuere Untersuchungen zeigen,
dass die
Kariogenität von gekochten
Stärkeprodukten (z.B. Kartoffelchips) noch erheblich
größer als die von Süßigkeiten ist.
Eine zahngesunde Alternative bieten
Produkte mit dem Zeichen "Zahnfreundlich, der Zahn mit dem Schirm". Siehe dazu
http://www.zahnmaennchen.de
und http://www.toothfriendly.ch
Nicht nur Süßes, sondern auch
Saures setzt den Zähnen schwer zu, denn "ohne
Zuckerzusatz" heißt noch lange nicht,
dass
es dann keine Karies mehr gibt:
so stieg z.B. in den vergangenen Jahren der Absatz von
Fruchtsäften
kontinuierlich an. Ein zu hohes Säureangebot, wie es in Fruchtsäften häufig anzutreffen
ist, kann der
Speichel jedoch auf
Dauer nicht mehr neutralisieren. Die Folge können massive Schäden an den Glattflächen
der Zähne sein. Experten empfehlen deshalb den Mund nach dem häufigen Trinken von
Fruchtsäften mit klarem Wasser zu spülen oder zuckerfreie
Kaugummis
zusätzlich zu benutzen; auf keinen Fall sollte man sofort zur
Zahnbürste
greifen, damit der demineralisierte Schmelz nicht noch weiteren Substanzverlust erfährt.
Zusätze von Kalzium und Phosphat in sauren Säften können die schädigende
Wirkung erheblich mindern.Zur Vorbeugung von
lebensmittelbedingten
Zahnoberflächenschäden
(Abrasionen) werden
Fluoridgelees
bzw. -
mundspülungen
empfohlen.
Trendgetränke
/ Designerdrinks
Die Stiftung Warentest untersuchte im Sommer 2000 38 Erfrischungsgetränke: Bunte
Brausen mit schrillem Outfit, Designerdrinks und Limos mit dem ultimativen
Geschmack. Das Ergebnis ist niederschmetternd:
So wurden u.a. darin enthaltene Farbstoffe entdeckt, die für Allergiker
bedenklich sind, Aromen, die zwar auf der Verpackung standen aber nicht in
den Getränken waren und besonders unhaltbare Gesundheitsversprechen.
Nehmen Sie als Durstlöscher lieber Mineralwässer evtl. mit einem
aromatisiertem Geschmack.
So stellt das
Stuttgarter Verbrauchermagazin "plus" fest,
dass in den sog. Milchsnacks kaum
Milch, dafür aber um so mehr Zucker und auch in Spuren Alkohol enthalten sei. Entgegen
Werbeversprechen enthielten die süßen Pausenriegel meist nur einen knappen Esslöffel
Milch. Die scheinbar leichten Snacks seien zudem eine Kalorienbombe. So müsse man z.B.,
um den täglichen bedarf an
Calcium zu decken, 27 Riegel
eines best. Herstellers essen.
Ernährungsregeln (aus zahnärztlicher Sicht)
:
Zähne brauchen Hartes zum Kauen, nach Möglichkeit zum Schluss einer
Mahlzeit.
Ein gesundes Frühstück besteht aus Knäcke- oder Vollkornbrot, damit
die Zähne was zu Beißen und zum Kauen haben. Butter, Wurst oder Käse sind der richtige
Brotbelag. Zusätzlich saftige Früchte und ein honigfreies Müsli.
Generell sollten eiweißreiche aber fettarme
Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Getreide sowie mageres Fleisch und
Fisch verzehrt werden. Frisches Obst und Gemüse sorgen für die
wertvollen
Vitamine und Spurenelemente. Mindestens
die Hälfte der täglichen Lebensmittel sollte ungekocht verzehrt werden.
Süßigkeiten nur zu Hauptmahlzeiten. Lieber eine ganze Tafel Schokolade
auf einmal, als stückchenweise über den ganzen Tag.
Noch
kariogener als
Süßigkeiten sind nach neusten Untersuchungen Nahrungsmittel aus gekochter
Stärke, wie z.B. Kartoffelchips. Auch Trockenfrüchte
(z.B. Datteln, Feigen, "Studentenfutter") besitzen einen hohen Anteil an
kariogenem Zucker und sind gegen den "kleinen
Hunger" ungeeignet.
Als Zwischenmahlzeiten kräftiges, saftiges Obst oder rohes Gemüse; nach
zuckerhaltigem "Naschen" einen zuckerfreien Kaugummi kauen.
Zuckeraustausch o.
-ersatzstoffe verwenden, um den Zuckerverbrauch
einzuschränken. Gerade die
Zuckeraustauschstoffe
sind geschmacklich vom richtigen Zucker kaum zu unterscheiden und nur gering
kariogen.
Als Getränke normale Limonaden wegen ihres teilweise extrem hohen
Zuckergehaltes meiden. Dafür frisch gepresste Obst- oder Gemüsesäfte
(Säuregehalt der Fruchtsäfte beachten! s.o.) oder Mineralwässer.Ein neuer
Trend bei den Lebensmitteln steht unter
dem Motto
"Iss dich gesund". Sie nennen
sich unter anderem "Funktional Food" oder "Nutraceuticals";
in der EU gibt es im Gegensatz zu Japan und den USA keine Regelung über deren
Deklaration.
Nachfolgend eine Zusammenstellung der
wichtigsten Namen (gekürzt aus
"bild der wissenschaft" vom
Juli '99):