Das
Blut u. Lymphsystem
Das
Blut:
Zusammensetzung:
-
feste Bestandteile, d.h. Blutkörperchen
44 - 45%
-
flüssige Fraktion, d.h. Blutplasma 55%,
oft auch Serum genannt (Plasma = Serum +
Gerinnungsfaktoren)
Blutmenge:
8% des Körpergewichts
fest
|
Plasma
|
Erythrozyten
Thrombozyten
Leukozyten
|
Proteine 8% Wasser 90%
Glucose
Ionen
Enzyme
Vitamine
Gerinnungsfaktoren
|
Aufgaben des Blutes:
-
Wärmeregulation durch die ständige
Blutzirkulation
-
Transportfunktion von O2, Nährstoffen,
Hormone, Abfallprodukte der Zellen.....
-
Puffersystem
-
Abwehrfunktion
-
Gerinnung
Blutkörperchen:
Erythrozyten:
-
roten Blutkörperchen
-
Bestand bei ca. 70 kg Körpergewicht: 3000
Milliarden
-
Größe ca 7,5 µm
-
Lebensdauer ca. 120 Tage
Aufgabe:
O2 Transport, CO2 Abtransport, Puffer
Hämoglobin:
roter Blutfarbstoff, ist ein
Eiweißmolekül mit jeweils einer
eisenhaltigen Farbstoffkomponente = Häm und
4 Polypeptidketten. Das Häm bindet das O2
Molekül und entläßt es wieder
!
Hämoglobin nimmt ca. 30% der Gesamtmasse
der roten Blutkörperchen ein.
Erythropoese:
Regulation:
O2 Mangel führt zur vermehrten
Ausschüttung von Erythropoetin aus der
Niere. Dieses stimuliert das Knochenmark zur
Bildung von Erys.
Aus einer Stammzelle entwickelt sich
als erstes ein Proerythroblasten. Dieser nimmt
Eisen auf und bildet das Hämoglobin. Danach
entwickelt er sich zu einem Erythroblasten.
Dieser hat einen Zellkern. Allerdings verliert
die rote Blutzelle diesen, bevor sie das
Knochenmark verläßt.
Die Zellmembran der Erythrozyten ist
semipermeabel, d.h. sie ist für z.B. Wasser
gut durchlässig, aber für z.B.
große Moleküle schwer
durchlässig.
Hämolyse: Erythrozyt platzt
Erythrozytenabbau:
Die Erythrozyten werden in der Milz, in der
Leber und im Knochenmark abgebaut. Dabei werden
sie einer Blutmauserung unterzogen; ältere
und funktionsuntüchtige Erythrozyten werden
dabei aus dem Blut entfernt und in
Bruchstücke zerlegt. Diese werden nun im
Monozyten - Makrophagen - System phagozytiert.
Dabei wird Hämoglobin frei, das zu Häm
und Globin zerlegt wird. Eisen, das hierbei
freigesetzt wird, wird von einem Transportprotein
aufgenommen. Der eisenfreie Rest des Häms
wird zu Bilirubin abgebaut und über die
Leber und Gallenwege ausgeschieden.
Polyglobulie:
Übermäßige Erythropoese, =>
das Blut dickt ein
Anämie:
Mangel an roten Blutkörperchen =
Anämie
Hb - Gehalt normal:
Frauen: ca. 12 - 16 g/dl
Männer: ca. 14 - 18 g/dl
Ursache:
-
Blutverlust = Blutungsanämie
-
Erythropoese Störungen z.B.
1 Eisenmagelanämie
2 Erythropoetinmangel
3 Vit. B12 Mangel ( perniziöse Anämie
)
4 Folsäure Mangel
5 Tumor im Knochenmark
6 Defekte an den roten Blutkörperchen
-
Übermäßiger Ery - Abbau (
hämolytische Anämie )
1 allergische Reaktionen
2 Erbkrankheiten ( z.B. Sichelzellanämie
)
3 künstliche Herzklappen
Das rote Blutbild:
HB Gehalt
Erythrozytenzahl:
Frauen: ca. 4,6 Mio/µl
Männer: ca. 5,1 Mio/µl
Hämatokrit:
Frauen: ca. 42%
Männer: ca. 47%
( Hk = Anteil der Blutkörperchen am
Gesamtvolumen )
Blutgruppen:
A => Anti B Körper
B => Anti A Körper
AB => keine Antikörper
0 => Antikörper gegen Gruppe A,B und
damit auch Unverträglichkeit gegen AB
Rhesusfaktor:
Antigen D 86% = Rhesus positiv D +
kein Antigen D 14% = Rhesus negativ d -
Beispiel:
d - Patienten erhalten eine Bluttransfusion die
D + ist. Der Pat. bildet Anti D Antikörper.
Bei erneuter späterer D + Gabe kommt es
durch Antigen- Antiköperreaktionen zu
Krankheitserscheinungen, wie bei AB0
Unverträglichkeiten
Blutprodukte und
Bluttransfusionen:
Vollblut:bekommt der Patient
frisch und unaufgetrennt ( selten ) nur in
Notfallsituationen !
Erythrozytenkonzentrate:Blutspende
gewonnen und mittels Separatoren in seine
Einzelteile aufgetrennt. Hk ist erhöht bei
75-80%. Wird in 250 ml Beuteln bei 4°C
gelagert. Ist 4 - 5 Wochen haltbar.
Eigenblutspende:kein
Infektionsrisiko, keine Immunreaktion
Fresh frozen Plasma:250 ml Beutel
mit Zitratplasma bei -30°C ca. 1 Jahr
haltbar.
Indikation: bei Gerinnungsstörungen
Humanalbumin:Lösung aus
menschlichem Albumin mit einem Eiweißanteil
zwischen 5 - 66% ( bei Eiweißmangel oder
Ascites ...)
Das weiße Blutbild -
Leukozyten:
Immunabwehr: Abwehr von Fremdstoffen und
Krankheitserregern / Entzündungsprozesse
Leukopoese:
Bestand:
4000 - 9000 /µl
Leukozytose>9000 /µl v.a. bei
bakteriellen Entzündungen
Leukopenie<4000 /µl v.a.
Bildungsstörungen, virale Entzündungen
Granulozyten:
neutrophile:weder mit sauren noch
mit basischen Farbstoffen färbbar.
Sie bleiben 6 - 8 h im Blut. Danach gelangen sie
zu den Geweben und v.a. zu den
Schleimhäuten. Sie sind dort für die
unspezifische Abwehr zuständig
eosinophile:rot anfärbbar
V.a. bei allergischen Reaktionen kommt es zu
einer Zunahme der eosinophilen Granulozyten. Auch
bei Autoimmunreaktionen.
basophile:blau anfärbbar
Diese Granulozyten enthalten
Histaminverbindungen. Sie spielen beim
anaphylaktischen Schock eine Rolle.
junge Granulozyten haben einen stabförmigen
Kern.
ältere Granulozyten haben segmentierte
Kerne bis übersegmentiert
Bei einerLinksverschiebungsind mehr
stabkernige Granulozyten vorhanden. Dies
bedeuted, daß eine akute Infektion
vorhanden ist. Deshalb schüttet das
Knochenmark vermehrt Granulozyten ins Blut aus.
So soll die körpereigene Abwehr
gestärkt werden.
Sind fast nur segmentierte Granulozyten im Blut,
ist eine Störung bei der Bildung der Leukos
im Knochenmark wahrscheinlich.
Monozyten:
Sie sind die größten Zellen im Blut (
12 - 20µm ).
Sie phagzytieren relativ große Zellteile
(Blutzellen, Bakterien, Zelltrümmer).
Sie bleiben 1-2 Tage im Blut. Dann wandern sie
ins Gewebe ab. Dort leben sie Monate-Jahre.
Sie besitzen einen großen, meist
hufeisenförmigen, gebuchteten Kern.
Lymphozyten:
Bildung: im Knochenmark, Lymphknoten, im Thymus,
in der Milz
Menge: 1/3 der Gesamtanzahl der
Blutleukozyten;
Größe: 7-12µm
Lebensdauer: 8 - mehrere 100 Tage
4% der Lymphozyten befinden sich im Blut. 70% in
den Organen des lymphatischen Systems. 10% im
Knochenmark. Der Rest in anderen Organen.
Man unterscheidet T-Lymphozyten ( Prägung
im Thymus ) und B-Lymphozyten ( Prägung im
Knochenmark ). Diese Lymphozyten spielen bei der
spezifischen Abwehr eine wichtige Rolle.
Die T-Lymphozyten teilen sich nochmals auf:
T-Helferzellen:= T4 Zellen. Sie
stimulieren die Ausreifung von B-Lymphozyten zu
Plasmazellen (Aus den B-Lymphozyten gehen
Plasmazellen hervor, in denen die Bildung von
spezialisierten Antikörpern erfolgt)
T-Suppressor-Zellen:verhindern
überfließende Immunantworten.
Zytotoxische T-Zellen werden als T8 Zellen
zusammengefaßt = Freßzellen
Das
lymphatische System:
lymphatische Organe:
-
Milz
-
Thymus
-
Mandeln
-
Appendix
-
Lymphknoten
-
lymphatisches Gewebe des Darms ( z.B.
Peyerschen Plaques )
Aufgabe:
-
Immunabwehr
-
Transportvon Nahrungsfetten aus dem
Darm
-
Die Drainagedes Interstitiums über
die spezielle Flüssigkeit des
lymphatischen Systems, die Lymphe
Täglich werden etwa 2l Lymphe gebildet. Die
Lymphe wird von den Lymphkapillaren aufgenommen.
Diese beginnen in den Geweben des Körpers
blind. Ihr Verlauf ist parallel zu den
venösen Gefäßen. Im weiteren
Verlauf vereinigen sich zunehmend zu
größeren Lymphbahnen.
Sie stellen ein zweites Abflußsystem dar.
Die Lymphe werden in den Lymphbahnen gereinigt.
Dabei wird sie von Fremdstoffen und Erregern
befreit. Dies geschieht hauptsächlich in den
Lymphknoten. Nach den Lymphknoten sammelt sich
die Lymphe in den großen Lymphbahnen. Diese
vereinigen sich in der Cisterna chyli und laufen
als Ductus thoracicus ins hintere Mediastinum.
Dies betrifft die Lymphbahnen der unteren
Körperhälfte. Nun mündet der
Ductus thoracicus in den linken Venenwinkel. Die
Lymphe der rechten oberen Körperseite
mündet als Ductus lymphaticus dexter in den
rechten Venenwinkel.
Die Lymphknoten:
Ein Lymphknoten ist von einer Bindegewebskapsel
umgeben. Dieser enthält im Inneren
netzartige Retikulumzellen, die zur Phagozytose
befähigt sind. In den Zwischenräumen
liegt Lymphatische Gewebe. Dort findet die
Vermehrung der Lymphozyten statt.
In einem Lymphknoten gibt es eine innere
Markzone und eine äußere Rindenzone.
In diesen Rindenzonen liegen die Lmyphozyten in
kugelförmigen Verdichtungszentren. Diese
werden Rindenfollikel genannt. Zuführende
Lymphgefäße:Vasa afferentia
ein oder zwei Lymphgefäße:Vasa
efferentia
Aufgabe:
-
biologische Filterstation
-
reinigt Lymphe
-
bildet Lymphozyten
-
ermöglicht den Kontakt ausgereifter
Abwehrzellen mit in der Lymphe befindlichen
Antigenen
Die Milz:
Die Milz ist ca. 150 g schwer und liegt im
linken Oberbauch. Die Arteria lienalis tritt am
Milzhilus in die Milz ein. Die Vena lienalis
verläßt sie hier.
Die Milz ist von einer Bindegewebskapsel
umgeben. Von dieser "strahlen"
Gewebsbalken (Trabekel) in das Organinnere ein.
Zwischen diesem Balkenwerk liegt das eigentliche
Milzgewebe (Pulpa).
Es gibt eine weiße und eine rote Pulpa.
Die weiße Pulpa besteht aus lymphatischen
Gewebe. Dieses verläuft entlang der
arterillen Gefäße.
Die rote Pulpa besteht aus großen
Bluträumen. Diese werden Sinus genannt.
Weiterhin ist die rote Pulpa aus einem feinen
bindegewebigen Maschenwerk aufgebaut. In dieses
sind rote und weiße Blutkörperchen
eingelagert .
Aufgaben der Milz:
-
Identifizierung und Abbau von
überalterten Blutzellen ( Blutmauserung )
-
Thrombozytenspeicherung
-
Abfangen und Abbau von Gerinnungsprodukten
-
Vor der Geburt ist sie der Sitz der
Blutbildung.
Der Thymus:
Der Thymus liegt im vorderen Mediastinum
über dem Herzbeutel.
Bei Kindern und Jugendlichen ist der Thymus
ausgebildet. Sein Gewicht beträgt hier 40 g.
Ab der Pupertät bildet er sich zurück.
Beim Erwachsenen sind nur noch narbige
Thymusreste vorhanden. Diese sind in den
Thymusfettkörper eingebettet.
Im Thymus findet die Prägung der
T-Lymphozyten statt.
Das Gerinnungssystem:
Blutung =>
1. Gefäßreaktion
(Blutgefäß kontrahiert sich
)
2. Blutstillung
3. Blutgerinnung
|
zu 2.)
Die Thrombozyten werden ebenfalls im Knochenmark
gebildet. Der Abbau findet in Milz + Leber
statt.
Bei einer Gefäßverletzung lagern sich
die Thrombozyten an die Bindegewebsfasern der
Wundränder an. Es hat sich ein
Thrombozytenpfropf gebildet
(Plättchenaggregation).
zu 3.)
Um den Thrombus spannt sich ein Fibrinnetz.
Dadurch werden die Thrombozyten zusammengehalten.
Der Faktor VIII stabilisiert dieses Fibrinnetz.
Als nächstes zieht sich das Fibrinnetz
zusammen. Dadurch nähern sich die
Wundränder einander. In das netzförmige
Fibrin wachsen nun Fibroblasten ein. Diese
umbauen den Thrombus bindegewebig.
Im Blut befindet sich Fibrinogen. An der
Wundfläche wird das Fibrinogen durch das
Enzym Thrombin in das aktive Fibrin umgewandelt.
Prothrombin wird wiederrum durch die
Gerinnungsfaktoren V - XII sowie durch Kalzium
erst an der Wundfläche in Thrombin
umgewandelt.
Nach erfolgter Wundheilung werden die
Fibrinpfröpfe durch die Fibrinolyse wieder
abgebaut. Die Fibrinolyse kommt durch das Enzym
Plasmin in Gang. Allerdings kommt dieses im Blut
nur in der Vorstufe Plasminogen vor. Bei Bedarf
kann es in Plasmin umgewandelt werden.
Die Gerinnungskaskade:
Das Gerinnungssystem kann über zwei Wege
aktiviert werden:
Bei großen Gewebsverletzungen wird das
exogene System aktiviert.
Das endogene System wird bei
Gefäßschäden der
Gefäßinnenhaut aktiviert.
Endogenes und exogenes System
"treffen" sich bei der Aktivierung des
Faktors X.
Durch Faktor X, V und Kalzium wird Prothrombin
in Thrombin umgewandelt. Thrombin wiederrum
führt Fibrinogen in Fibrin über.