Einleitung
Zum Zentralnervensystem (ZNS) zählen Gehirn und Rückenmark. Beide liegen
innerhalb knöcherner Strukturen und sind von
den sogenannten
Hirnhäuten umgeben. Die
Zwischenräume zwischen Hirnhäuten und
Gehirn bzw. Rückenmark (Liquorräume) enthalten
das sogenannte Gehirnwasser, den Liquor. Die
Blutversorgung des ZNS erfolgt durch ein
spezielles System miteinander verbundener Blutgefäße.
Bei der mikroskopischen Betrachtung der
Nervensystems wurden die Bestandteile der
Nervenzellen - Zelleib und Fortsätze - sowie
die "Stützzellen" (Glia) erwähnt.
Innerhalb des ZNS sind die Nervenzellen nicht
wahllos angeordnet, sondern die Nervenzelleiber
liegen meistens in Gruppen zusammen, während
die von Gliazellen umgebenen
Nervenzellfortsätze in Bündeln
gemeinsam verlaufen.
Bei der Untersuchung von Schnittpräparaten
von Gehirn und Rückenmark lassen sich
bereits mit dem bloßen Auge grauer und
weißlicher gefärbte Areale voneinander
unterscheiden. Dabei entsprechen die
gräulichen "Flecken" (=graue Substanz)
Nervenzellgruppen (in kompakter Form auch als
Kern=Nucleus oder Ganglion=Knoten bezeichnet),
während die weißlicher erscheinenden
Zwischenräume (=weiße Substanz, Mark,
Myelon) von den Nervenzellfortsätzen
gebildet werden.
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Gliederung von Gehirn
und Rückenmark mit zugeordneten
Funktionen
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Endhirn
(=Telenzephalon)
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Stirnlappen
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Antrieb, komplexe Bewegungsmuster (u.a.
Sprache, konjugierte Blickbewegungen, im
Gyrus präzentralis einfache
Willkürmotorik
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Scheitellappen
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einfache und komplexe sensible Muster
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Schläfenlappen
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einfache und höhere
Geräuscherkennung (Töne, Musik,
Sprache)
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Hinterhauptslappen
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einfaches Sehen, komplexes visuelles
Erkennen
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Basalganglien
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unbewußte Modulation der Motorik
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Innere Kapsel
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nahezu alle vom und zum Cortex ziehenden
Bahnen (pyramidal, extrapyramidal, sehen,
hören, fühlen)
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Balken
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Verbindungen gleicher Areale der rechten
und linken Hirnhälfte miteinander
(Kommissuren)
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Zwischenhirn
(Dienzephalon)
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Thalamus
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Schaltstelle in nahezu allen Bahnen, die
zum Cortex führen
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Hypothalamus
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übergeordnetes Zentrum des
Hormonhaushaltes und des Inneren Milieus
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Mittelhirn
(Mesenzephalon)
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Kerne III. und IV. Hirnnerv
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Bewegungen der Augen, Pupillenverengung
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Substantia nigra
Nucleus ruber
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unbewußte Modulation der Motorik
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Rautenhirn
(Rombenzephalon)
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Brücke
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Hirnnervenkerne V, VI, VII, VIII,
Faserverbindungen zum Kleinhirn
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verlängertes
Rückenmark (Medulla oblongata)
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vegetative Zentren (Atmung, Kreislauf),
Hirnnervenkerne VIII, IX, X, XI, XII,
Oliven, Pyramiden, Pyramidenbahnkreuzung
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Kleinhirn
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Gleichgewicht, unbewußte Modulation
der Motorik
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Rückenmark
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Vorderhörner
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motorische Nervenzelleiber
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Hinterhörner
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sensible Nervenzelleiber
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Seitenhörner
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Zellen des Sympathikus (thorakal bis lumbal
2) und des Parasympathikus (sakral)
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Mark
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sensible und motorische Bahnen,
Interneurone
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Die Oberfläche von Groß- und
Kleinhirn zeigt zahlreiche geschlängelte
Strukturen, die Hirnwindungen (Gyri). Die
dazwischenliegenden Furchen werden als
Windungstäler (Sulci) bezeichnet. Auf
Schnittflächen zeigt sich, daß die
äußeren Schichten der Gyri von grauer
Substanz gebildet werden. Diese großen
zusammenhängenden Areale grauer Substanz
werden als Hirnrinde (Cortex) bezeichnet.
Angrenzend findet sich das aus weißer
Substanz bestehende Marklager. Auch innerhalb des
Marklagers finden sich größere Inseln
grauer Substanz, die Basalganglien.
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Der größte Teil des Großhirns
wird vom beim Menschen besonders stark
ausgebildeten, entwicklungsgeschichtlich
jüngsten Anteil, dem Endhirn
(=Telenzephalon) gebildet. Das Telenzephalon
besteht aus zwei durch einen Spalt getrennten
Hälften (=Hemisphären). Mitten im Spalt
liegt eine Struktur harter Hirnhaut, die Sichel
(Falx cerebri). Unterhalb der Falx findet sich
eine breite Verbindung der Hemisphären, der
Balken.

Die Hemisphären sind aus je vier
sogenannten Hirnlappen aufgebaut. Man
unterscheidet Stirn-(=Frontal)lappen,
Schläfen-(=Temporal)lappen,
Scheitel(=Parietal)lappen und
Hinterhaupts-(=Occipital)lappen.
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(Querschnitt)
Bei äußerster Vereinfachung lassen
sich dem vorderen Teil des Stirnlappens
"psychische", stimmungs- und motivationsbezogene
Aufgaben zuordnen. Erkrankungen äußern
sich unter anderem in fehlendem oder
übertriebenem Antrieb
(Enthemmung).
Im mittleren Bereich des Frontallappens sind
komplexe Bewegungsabläufe gespeichert,
wie komplexe Bewegungsmuster der
Extremitäten, die Sprache, das Schreiben.
Ein spezielles Hirnareal ist für konjugierte
Blickwendungen beider Augen zuständig.
Beim letzten Gyrus des Frontallappens, der durch
den Sulcus centralis vom Scheitellappen getrennt
wird, handelt es sich um den Gyrus
präzentralis . In ihm befinden sich
untern anderem die grossen Pyramidenzellen,
Neurone, deren Fortsätze als sogenannte
Pyramidenbahn ohne Umschaltung direkt zu den
motorischen Vorderhornzellen in den verschiedenen
Segmenten des Rückenmarks ziehen, um die
Muskeln des Körpers zu aktivieren. Dabei
findet sich eine Organisation der Neurone, die
den Körper widerspiegelt: oben auf dem
Scheitel und auf der der Hirnsichel zugewandten
Seite finden sich die für die
Füße zuständigen Nervenzellen,
gefolgt von den Beinen, dem Rumpf, den oberen
Extremitäten und zuletzt Gesicht und
Schlund. Die besonders fein zu bewegenden,
zuletzt aufgezählten Körperteile sind
dabei im Gyrus präzentralis erheblich
stärker repräsentiert als z.B. die
Beine.
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Im angrenzenden ersten Gyrus des Scheitellappens
( Gyrus postzentralis ) findet sich eine
entsprechende den gesamten Körper
repräsentierende Abbildung der verschiedenen
sensiblen
Qualitäten. In den benachbarten Gyri
werden komplexere Empfindungen
wahrgenommen.
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Der Hinterhauptslappen hat unter anderem die
Fähigkeit, Bilder wahrzunehmen ,
wobei die sogenannte Sehrinde in drei
hierarchisch geordnete Abschnitte unterteilt
werden kann: Die primäre Sehrinde nimmt
lediglich Farben, hell und dunkel wahr,
übermittelt dies der sekundären
Sehrinde, welche einfache Strukturen und Formen
erkennt und an die dritte Sehrinde
übermittelt, in der komplexe
Bildeindrücke gespeichert sind.
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Ähnlich findet in den Schläfenlappen
die Geräuscherkennung vom primitiven
Ton bis hin zur Musik und zur Sprache statt.
Dabei ist das Sprachverständnis nur
einseitig repräsentiert, meist beim
Rechtshänder in der linken Gehirnhälfte
und umgekehrt.
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(Bild)
Zwischen Scheitel- und Schläfenlappen
findet sich eine tiefe Furche, Sylvische Fissur.
In ihrer Tiefe zeigt sich ein weiterer Teil des
Endhirns, die Insel, welcher gelegentlich auch
als fünfter Lappen bezeichnet wird und
für gustatorische Empfindungen und
Teilbereiche des Sprechens zuständig ist.
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Auf Querschnitten
lassen sich neben der Hirnrinde (Cortex) weitere
Gebiete grauer Substanz im Marklager der
Großhirnhemisphären erkennen, die
basalen Kerne (Basalganglien). Es finden sich der
Schweifkern (Nucleus caudatus) und der
Linsenkern (Nucleus lentiformis), welcher aus
Schale (Putamen) und "bleicher Kugel"
(Globus pallidus) besteht. Zahlreiche
Streifen grauer Substanz verbinden Schweifkern
und Schale, so daß beide zusammen auch als
Streifenkörper (Corpus striatum)
bezeichnet werden.
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(Bild)
Zwischen Thalamus und Schweifkern einerseits und
Linsenkern andererseits verläuft das
bedeutendste Faserbündel des Gehirns, die
Innere Kapsel (Capsula interna) bildet. In ihr
verlaufen unter anderem die Verbindungen des
Gyrus präzentralis mit dem Körper (die
Pyramidenbahn) sowie zahlreiche Bahnen des extrapyramidalen
Systems auf engen Raum nebeneinander, so
daß ein kleiner Schaden in diesem Bereich
(z.B. Schlaganfall) große
Ausfallserscheinungen nach sich ziehen kann.
Weniger bedeutsam sind die weiter außen
gelegenen Faserzüge der
äußeren Kapsel (Capsula externa),
an die sich nach außen ein kleinerer
Bereich grauer Substanz anschließt, das
Claustrum .
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(Bild)
Eine Verbindung funktionell verwandter Teile der
linken und rechten Hemisphäre stellt eine
dickes Faserbündel dar, welches auch das
Dach des dritten Ventrikels bildet, der Balken.
Nach unten schließt sich als Trennung der
beiden Seitenventrikel das Septum
pellucidum an. Weiter vorne befindet sich
eine weitere Verbindungsstruktur zwischen linker
und rechter Hemisphäre, die"vordere
Verbindung" (Commissura anterior).
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Unter dem Endhirn verborgen, finden sich die
Strukturen des Stammhirnes,
entwicklungsgeschichtlich ältere, bei Tieren
häufig stärker ausgebildete
Gehirnanteile, die das Endhirn einerseits mit dem
Kleinhirn, andererseits auch mit dem
Rückenmark verbinden.
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Der an das Endhirn anschließende Teil des
Hirnstammes ist das Zwischenhirn (Dienzephalon).
Es enthält die graue Substanz des
Sehhügels (Thalamus), eine der
wichtigsten Umschaltstellen für Regelkreise
innerhalb des Großhirns, wie auch für
alle Empfindungen, die vom Körper zum
Cortex, zum Bewußtsein geleitet werden
("Tor des Bewußtseins").
Daneben bzw. darunter findet sich der
Hypothalamus , das übergeordnete Zentrum
des vegetativen
Nervensystems . An der Unterfläche des
Zwischenhirnes hängt an ihrem Stiel die
Hypophyse, deren hinterer Teil (Hinterlappen)
direkt über Nervenzellfortsättze mit
dem Hypothalamus in Verbindung steht und zum ZNS
gerechnet wird, während der Vorderlappen als
übergeordnete Struktur der Sekretion der
meisten Hormone zum endokrinen System
gezählt wird
(Bild).
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Es folgt das Mittelhirn. Hier finden sich unter
anderem in der grauen Substanz ein Teil der
Augenmuskelkerne (III. und IV.
Hirnnerv), sowie im hinteren Bereich die
sogenannte Vierhügelplatte, Umschaltstellen
für Hör- und Sehbahn. Weiter vorne
befinden sich Gruppen stark pigmenthaltiger
Nervenzellen, die schwarze Substanz (
Substantia nigra ) und der rote Kern (
Nucleus ruber ). Darauf aufgelagert als
weiße Substanz verlaufen als Hirnschenkel
die Fasern der
Pyramidenbahn. Im hinteren Teil mündet
das oberste Paar Kleinhirnstiele.
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Nach unten schließt sich das Rautenhirn
an, wozu die Brücke, das Kleinhirn und das
verlängerte Mark (Medulla oblongata)
grechnet werden.
In der Brücke finden sich die meisten
Hirnnervenkerne (V, VI, VII, VIII) sowie
einerseits quer verlaufende, mit dem Kleinhirn in
Verbindung stehende Fasern (mittlere
Kleinhirnstiele), durch die längs nach unten
die Fasern der
Pyramidenbahn ziehen. Ein Teil der
Pyramidenbahn, der die Hirnnerven versorgt,
kreuzt hier zur Gegenseite, um die jeweiligen
Hirnnervenkerne zu innervieren.
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Als letzter, "unterster" Abschnitt des
Hirnstammes bleibt das verlängerte
Rückenmark zu erwähnen. Hier finden
sich Kerngebiete die basale
Stoffwechselvorgänge - Atmung, Herzschlag,
Blutdruck - regulieren. Es exisitieren einzelne
Inspirations- und Exspirationszentren, wie auch
ein spezielles Brechzentrum.
Daneben finden sich Hirnnervenkerngebiete (VIII, IX, X, XI, XII), sowie die
Umschaltstellen der Hinterstränge. Der
unbewußten Motorik dienen die von
außen erkennbaren Oliven, in
gleicher Höhe finden sich vorne zwei
"Anschwellungen", die Pyramiden. In ihnen
verläuft die
Pyramidenbahn bis zur nahegelegenen
Pyramidenkreuzung, in der 80-85% der Fasern zur
Gegenseite kreuzen.
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Vom Thalamus im Zwischenhirn bis herunter zur
Medulla oblongata ziehen sich netzförmig
locker miteinander verknüpfte Nervenzellen,
die Netzformation (Formatio reticularis). Dieses
Kerngebiet steuert den Wachheitsgrad des
Organismus und spielt eine bedeutende Rolle im zentralen
vegetativen Nervensystem. Alle vom und zum
Großhirn laufenden Bahnen haben auch
Kontakt zur Formatio reticularis, von der ein
Teil als aszendierendes reticuläres
aktivierendes System bezeichnet wird.
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Dem Rautenhirns liegt hinten, über je drei
paarige Arme (Kleinhirnstiele) verbunden, das
Kleinhirn auf. Es teilt sich wie das
Großhirn in 2 Hemisphären, dazwischen
befindet sich eine längliche Struktur, die
als Kleinhirnwurm bezeichnet wird. Auch die
Kleinhirnoberfläche ist mit Hilfe eines
Aufbaus aus Gyri und Sulci vergrößert,
auf Querschnitten zeigt sich ebenfalls graue und
weiße Substanz.
Das Kleinhirn verrichtet seine Aufgaben im
Unterbewußten und nimmt an den Aufgaben des
extrapyramidalen Systems teil. Es stimmt die
Kraft und Kontraktionsgeschwindigkeit der an
Bewegungsabläufen beteiligten Muskeln
aufeinander ab und übernimmt wesentliche
Aufgaben bei der Stabilisierung der
Körpergleichgewichtes.
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Das "verlängerte" Rückenmark geht nach
unten in das eigentliche Rückenmark
über. Das Rückenmark verläuft in
einen knöchernen Kanal, der hinter den
Wirbelkörpern von den Wirbelbögen
gebildet wird.
Auch das Rückenmark befindet sich in einem
Flüssigkeitsraum, der von den sogenannten Rückenmarkshäuten
gebildet wird, ebenfalls Liquor enthält und
mit den Flüssigkeitsräumen des
Gehirns in Verbindung steht.
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Abschnitte
Das Rückenmark setzt sich aus einer Reihe
von Segmenten zusammen, die im wesentlichen
gleich aufgebaut sind. Man zählt 8
Hals-(cervikal-), 12 Brust-(thorakal-), 5
Lenden-(lumbal-), 5 Kreuz-(sacral-) und 1-2
Coccygealsegmente.
Zentral befindet sich ein enger
Flüssigkeitsraum, welcher Liquor
enthält. Auf Schnittflächen bildet
dieser sogenannte Zentralkanal das Zentrum einer
schmetterlingsförmigen Anordnung grauer
Substanz.
Diese enthält in den vorderen Anteilen
("Vorderhörner") die motorischen
Vorderhornzellen, besonders große
Nervenzellen, deren Neuriten das Rückenmark
nach vorne verlassen, um direkt an den Muskeln
des Körpers zu enden.
In den Hinterhörnern liegen
Nervenzellen, deren Dendriten sensible
Empfindungen aus den verschiedenen Bereichen des
Körpers aufnehmen.
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Aufgrund des segmentalen Aufbaus des
Rückenmarks liegen die für verschiedene
Bereiche des Körpers zuständigen
Nervenzellen in entsprechenden Etagen
übereinander, d.h. die Vorderhornzellen
für die Armmuskeln und die für die
sensiblen Empfindungen im Bereich der Arme
zuständigen Nervenzellen liegen oberhalb der
für den Rumpf zuständigen Zellen, noch
weiter unter folgen die für die Beine
zuständigen Zellen.
Aus jedem Rückenmarkssegment entspringt
vorne und hinten auf jeder Seite je eine
Nervenwurzel. Dabei enthalten die vorderen
Wurzeln nur die Fortsätze (Neuriten) der
motorischen Vorderhornzellen, die hinteren
Wurzeln lediglich die Fortsätze der
sensiblen Nervenzellen. Vordere und hintere
Wurzeln verlassen das Rückenmark und den
begleitenden Flüssigkeitsraum und
schließen sich anschließend zusammen,
um periphere Nerven zu bilden.
Im Seitenbereich der Schmetterlingsfigur finden
sich in den thorakalen und oberen lumbalen
Rückenmarkssegmenten sowie im Sakralbereich
weitere Areale grauer Substanz
("Seitenhörner"). Hier befinden sich,
je nach Segment, die Nervenzellen, die die
Funktion des
sympathischen und parasympathischen
Nervensystems steuern.
Außen um die schmetterlingsförmige
Ansammlung grauer Substanz liegen Areale
weißer Substanz. Hier finden sich
Bahnsysteme, die Informationen vom Gehirn zum
Körper und umgekehrt übertragen.
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Zwischen den Hinterhörnern verlaufen die
Hinterstränge (Neuriten, deren
Zelleiber in den Spinalganglien im Verlauf der
Spinalnerven liegen), durch welche aus derselben
Körperseite kommende Druck-
Tiefensensibilität und Tastempfindung
übermittelt werden.
Den Seitenstrang bilden die Neuriten des
2. Neurons im Hinterhorn, die bereits auf
Segmentebene von der Gegenseite gekreuzt haben
und Temperatur und Schmerzempfindung
übermitteln.
Grobe Druck- und Tastempfindungen werden auch,
ebenfalls nach Kreuzung vom Vorderstrang
übermittelt.
Zu den absteigenden Bahnen zählen die Pyramidenbahn mit
Neuriten der Pyramidenzellen des Gyrus
präzentralis (seitlich 80-85% nach Kreuzung,
frontal die restlichen, mit segmentaler Kreuzung)
sowie Fasern von den zentralen Kerngebieten des
extrapyramidalen Systems.
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Einleitung
Zwischen den Strukturen des ZNS und den
umgebenden Knochen befinden sich
Flüssigkeitsräume, welche durch die
Hirnhäute (Meningen) begrenzt werden. Nach
Festigkeit, Dicke und Aussehen unterscheidet man
harte und weiche Hirnhaut (Dura mater bzw. Pia
mater) sowie die sogenannte Spinnwebenhaut.
Die harte Hirnhaut ist eine feste, bindegewebige
Haut, die den Schädelknochen von innen fest
anhaftet. Im Bereich der Wirbelsäule
befindet sich zwischen Knochen und Dura mater ein
von Fett und Venen ausgefüllter Raum. Der im
Bereich des Gehirns normalerweise nur als Spalt
vorhandene Raum zwischen Knochen und Dura mater
wird als Epiduralraum bezeichnet.
Zwischen den beiden Großhirnhälften
und zwischen Groß- und Kleinhirn bilden
Fortsätze der Dura mater bindegewebige
Platten, die sich als Sichel ( Falx
cererbi ) zwischen den
Großhirnhemisphären sowie als Zelt
( Tentorium ) oberhalb des Kleinhirns
befinden. Außerdem existiert ein System von
aus der Dura entstanden länglichen
Hohlräumen ( Sinus ), durch die das
venöse Blut des Gehirns abgeleitet wird.
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Die Spinnwebenhaut besteht aus einem dünnen
Häutchen, welches von innen der Dura mater
anhaftet und von dem aus feine "spinnwebenartige"
Bindegewebszüge zur Gehirn bzw.
Rückenmarksoberfläche ziehen. Der Raum
zwischen der Dura und der Arachnoidea wird als
Subduralraum bezeichnet.
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Die weiche Hirnhaut liegt als dünnes,
gefäßführendes Häutchen der
Gehirn- bzw. Rückenmarksoberfläche fest
an. Der Raum zwischen Arachnoidea und Pia mater
wird als Subarachnoid(e)alraum
bezeichnet. Er enthält normalerweise
Gehirnwasser (Liquor).
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Neben dem Subarachnoid(e)alraum und in
Verbindung mit diesem existiert ein System von
Hohlräumen innerhalb des Gehirns, die
sogenannten Liquorräume (Ventrikel).
In jeder der beiden Gehirnhälften befindet
sich ein
Seitenventrikel (auch 1. und 2. Ventrikel
genannt), welche jeweils mit dem in der Mitte
(zwischen den Thalami) gelegenen 3. Ventrikel verbunden
sind. Von diesem führt in Höhe des
Mittelhirns ein schmales Röhrchen, die
sogenannte Wasserleitung ( Aquädukt )
zum rautenförmigen 4. Ventrikel ,
dessen Wand nach hinten vom Kleinhirn, nach vorn
vom Rautenhirn des Hirnstammes gebildet wird.
Hier existieren seitliche Verbindungen zum
Subarachnoid(e)alraum , nach unten
schließt sich der zentrale Liquorraum des
Rückenmarkes, der Zentralkanal
an.
Die Wände der Liqourräume sind mit
einer besonderen Zellart ausgekleidet, den
Ependymzellen.
In den Gehirnventrikeln befindet sich ein
zottiges, gefäßreiches Gewebe, der
Plexus chorioideus , in welchem der Liquor
produziert wird.
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Einleitung
Anders als in vielen anderen Organen des
Körpers ist der Verlauf der Arterien und
Venen im Bereich des Zentralnervensystem
voneinander getrennt.
Die Blutversorgung des Gehirns wird von 4
unterschiedlich dicken Arterien
übernommen.
Vorne liegen die meist etwas kräftigeren
Halsschlagadern ( Arteriae carotides ),
welche rechts aus dem Truncus brachiocephalicus,
links direkt aus der Aorta entspringen und sich
in Höhe des Halses jeweils in eine innere
Halsschlagader ( A. carotis interna ),
welche das Gehirn mit Blut versorgt und eine
äußere Halsschlagader ( A. carotis
externa ), welche unter anderem Gesichts- und
Kaumuskulatur, Gesichtshaut wie auch den gesamten
übrigen Kopf mit Blut versorgt,
verzweigen.
Jeweils aus den Armschlagadern entspringen
weiter hinten ebenfalls zwei
Blutgefäße ( Arteriae
vertebrales , Wirbelbogenarterien), welche
durch spezielle Löcher in den seitlichen
Fortsätzen der Wirbelbögen der
Halswirbelsäule nach oben ziehen und sich in
Höhe der Brücke zur Arteria
basilaris vereinigen.
Zwei nach unten ziehende Äste der
Vertebralarterien vereinigen sich vor dem
Rückenmark zur einen vorderen
Rückenmarksarterie ( Arteria spinalis
anterior ), die entlang des gesamten
Rückenmarks nach unten zieht und im weiteren
Verlauf auch von Abzweigungen der Aorta gespeist
wird.
Meist finden sich auch auf der Rückseite
des Rückenmarks Blutgefäße, die
paarigen Arteriae spinales postriores.
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Die Arteriae carotides internae verzweigen sich
am Ende jeweils in drei Äste, die vordere
und die mittlere Gehirnarterie ( A. cerebri
anterior und media ) sowie die hintere
Verbindungsarterie ( A. communicans
posterior ). Die vorderen Gehirnarterien
beider Seiten sind nach kurzem parallelen Verlauf
über die vordere Verbindungsarterie ( A.
communicans anterior ) miteinander
verbunden.
Die aus den beiden Arteriae vertebrales
entspringende Arteria basilaris teilt sich an
ihrem Ende in die zwei hinteren Gehirnarterien
( Aa. cerebri posteriores ) auf, welche
jeweils über die hinteren
Verbindungsarterien mit dem Versorgungsgebiet der
A. carotis interna in Verbindung stehen.
Insgesamt entsteht also ein Ring aus den
untereinander verbundenen Ästen der vier das
Gehirn versorgenden Arterien, der sogenannte
Circulus Willisii.
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Die blutabführenden Venen münden in
ein System von Hohlräumen ( Sinus ),
welche durch "Faltungen" der Dura mater
entstehen. Über die Drosselgrubenvenen (
Venae jugulares ) sowie über kleinere
Venenplexus gelangt das Blut zurück zum
Herzen.
Author: C.
Figge
email:
neurologie@online.de -->