FACHKUNDE  Zelle und Gewebe Autor: © Dr. med. dent. Joachim Menges Layout:  © Stefan Münz

Haut und Schleimhaut


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Haut und Schleimhaut enthalten freie Nervenendigungen, Nervengeflechte und kleine, meist nach ihren Entdeckern bezeichnete Sinneskörperchen, die gemeinsam die Oberflächensensibilität vermitteln. Man unterscheidet dabei neben Temperatur- und Schmerzempfindungen noch mechanische Empfindungen wie Druck, Berührung und Vibration.

Die Haut (lat. Cutis; gr. Derma) umgibt den Körper als schützende Hülle. Man unterscheidet die äußere Haut zur Umhüllung des Körpers, und die Schleimhäute zur Auskleidung von Hohlräumen (z. B. Schleimhaut des Verdauungskanals).




 
 

Aufgaben der Haut

Schutz:vor äußeren Einflüssen (Krankheitserreger, Verletzungen, Kälte, Wärme, Strahlung) und vor Flüssigkeitsverlust

Wärmeregulation:durch Schweißabsonderung verminderte oder verstärkte Hautdurchblutung

Ausscheidung:von Wasser, Salzen und Abbaustoffen

Wahrnehmungvon Druck-, Berührungs-, Schmerz und Temperaturreizen durch spezielle Sinnesorgane.

Die Haut ist außerdem in geringem Ausmaß zum Austausch durch Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid befähigt.

Unter Einwirkung von UV-Strahlen bildet die Haut aus einer Vorstufe Vitamin D, das für die Calciumaufnahme im Darm und den Calciumeinbau in die Knochen wichtig ist.
 
 

Aufbau der Haut

Die Haut (Cutis) setzt sich aus Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Corium) zusammen. Beide Schichten sind deutlich voneinander abgegrenzt und durch zapfenartige Vorsprünge der Lederhaut fest miteinander verbunden. Die Lederhaut geht ohne scharfe Begrenzung in die fettreiche, wesentlich dickere Unterhaut (Subcutis) über.

Die Oberhaut setzt sich im wesentlichen aus zwei Schichten zusammen: der unteren, aus lebenden Zellen gebildeten Keimschicht, und der oberen Hornschicht mit abgestorbenen Zellen. Während die Hornschicht laufend abgenutzt wird, bildet die Keimschicht stets neue Zellen und ersetzt so den Verlust. In der Keimschicht befinden sich Pigmentzellen, die mit dem Farbstoff Melanin einen Schutz vor UV-Strahlung bieten und die Hautfarbe bestimmen. In der Keimschicht findet man ferner freie Nervenendigungen für Schmerzempfindungen.

Die Oberhaut enthält keine Blutgefäße. In den Spalten zwischen den Zellen fließt jedoch Lymphe, so daß eine oberflächliche Hautabschürfung näßt, aber nicht blutet.

Die gefäßreiche Lederhaut ist wesentlich dicker als die Oberhaut. Sie besteht aus einem dichten Fasergeflecht, das in der Jugend sehr elastisch ist. Die Oberhaut wird von Blutgefäßen in den zapfenartigen Vorsprüngen der Lederhaut ernährt. Die Lederhaut enthält neben Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen auch spezielle Hautsinnesorgane für Druck, Berührungs- und Temperaturreize. Die Haare sind mit ihren Haarwurzeln in der Lederhaut verankert.

Die Unterhaut enthält reichliche Fetteinlagerungen. Diese Fettschicht dient als Druckpolster und Temperaturschutz. Die Fettverteilung in der Unterhaut ist geschlechtsspezifisch.
 
 
 

Hautanhangsgebilde
 

Haare

Das Haar ruht mit der Haarwurzel in der Wurzelscheide, dem Haarbalg. Am kolbigen Ende der Haarwurzel umfaßt die Haarzwiebel die Haarpapille mit der ernährenden Blutkapillare. Die Haarpapille ist für die Neubildung des Haares beim Haarwechsel verantwortlich. Die Haarbalgdrüse fettet das Haar ein und hält es geschmeidig. Der Haarbalgmuskel kann das Haar aufrichten (Gänsehaut).
 
 

Hautdrüsen

Man unterscheidet Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen.
Die Schweißdrüsen geben ein schwach saures Sekret an die Haut ab und bilden damit einen Säureschutzmantel, der das Bakterienwachstum auf der Haut hemmt. Bei schwerer körperlicher Arbeit und hoher Außentemperatur wird vermehrt Schweiß abgesondert. Der Schweiß verdunstet und entzieht dem Körper dabei Wärme. Die Schweißdrüsen regulieren somit die Körpertemperatur.

Die Talgdrüsen findet man größtenteils mit Haaren zusammen, als Haarbalgdrüsen. Sie machen die Haut geschmeidig und fetten sie mit Talg ein, so daß sie widerstandsfähig gegen Wasser wird.
 
 

Nägel

Nägel sind wie Haare Horngebilde der Oberhaut. Die gewölbte Nagelplatte ist fest im Nagelbett verankert. Der hintere Bereich der Nagelplatte ist in der Nageltasche verborgen. Er wird als Nagelwurzel bezeichnet. Aus dem Nagelbett wächst der Nagel ständig nach.
 
 

Schleimhaut

Schleimhäute kleiden die Hohlräume des Verdauungstraktes, des Atemtraktes, der harnableitenden Wege und zum Teil der Geschlechtsorgane aus. Sie produzieren durch spezielle Drüsen Schleim. Schleimhäute sind der Aufgaben der unterschiedlichen Organe angepaßt. So sind Schleimhäute im Darm zur Sekretion spezieller Verdauungsenzyme und Resorption von Nahrungsbestandteilen befähigt. Die Schleimhäute des Atemtraktes können Fremdkörper mit ihren Flimmerhärchen aus den Atemwegen hinausbefördern.
 
 

Wärmeregulation

Der Körper bildet vor allem in der Leber und der Muskulatur Wärme durch Abbau von Nährstoffen. Das Blut verteilt diese Wärme auf den gesamten Körper. Die normale Körpertemperatur liegt bei ca. 37 °C. Sie unterliegt dabei leichten Tagesschwankungen. In den frühen Morgenstunden is sie etwas tiefer, nachmittags etwas höher.

Um die Körpertemperatur konstant zu halten, steigert der Körper die Wärmebildung bei Kälte durch eine Stoffwechselsteigerung in der Muskulatur. Man friert, die Zähne klappern und man beginnt zu zittern. Insgesamt hilft Bewegung, um die Körpertemperatur bei Kälte zu halten. Die Haut unterstützt den Körper dabei, indem sich Hautblutgefäße zusammenziehen. Dadurch gelangt weniger Blut an die Körperoberfläche und der Wärmeverlust ist geringer. Die Haut wird dann blaß.

Bei übermäßiger Wärmeproduktion durch schwere körperliche Arbeit erweitern sich die Hautgefäße. Die Haut wird dadurch vermehrt durchblutet und kann somit besser Wärme abgeben. Die Haut ist dabei gerötet. Gleichzeitig wird vermehrt Schweiß gebildet, der dem Körper durch Verdunstung zusätzlich Wasser entzieht.


 

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