FACHKUNDE  Zelle und Gewebe Autor: © Dr. med. dent. Joachim Menges Layout:  © Stefan Münz

Das Hormonsystem


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Das vegetative Nervensystem wird bei der Regulation der Körperfunktionen durch das Hormonsystem unterstützt.

Hormone sind chemische Wirkstoffe, die von Drüsen gebildet und direkt ins Blut abgegeben werden. Hormone regulieren bereits in geringen Mengen den Stoffwechsel und die Organtätigkeiten.
 

Die Hormone bildenden Organe haben keinen Ausführungsgang, sondern geben ihre Produkte direkt ins Blut ab. Es sind somit endokrine Drüsen.
 
 

Hypophyse

Die Hypophyse befindet sich im Bereich der Hirnbasis in einer Knochenmulde des Keilbeins. Sie ist über einen Stil mit dem Hypothalamus verbunden.

Die Hirnanhangsdrüse kontrolliert die übrigen Hormondrüsen und ist somit eine übergeordnete Schaltstation des Hormonsystems. Über den Hypophysenstiel wird sie dabei vom Gehirn beeinflußt.

Man unterscheidet zwei Haputanteile der Hypophyse; den Drüsenteil und den Hirnteil. Während im Drüsenteil eine Fülle von Hormonen gebildet und ins Blut abgegeben wird, dient der Hinterlappen der Speicherung der im im Zwischenhirn gebildeten Hormone Oxitozin und Adiuretin sowie der anschließenden langsamen Abgabe dieser Hormone ins Blut.
 
 

Hormonbildung im Vorderlappen (Drüsenteil)
 

STH somatotropes Hormon (Wachstumshormon)
TSH Thyreoidea stimulierendes Hormon (regt Schilddrüse zur Hormonbildung an)
ACTH  adrenocorticotropes Hormon (regt Nebennierenrinde zur Hormonbildung an)
FSH   follikelstimulierendes Hormon (fördert bei der Frau die Reifung eines Follikels und führt zur Östrogenbildung im Follikel, fördert beim Mann die Samenbildung im Hoden)
LH luteinisierendes Hormon (löst bei der Frau das Platzen des Follikels aus und bewirkt die     Entwicklung eines Gelbkörpers zur Östrogen- und Progesteronbildung; regt beim Mann als ICSH (Zwischenzellstimmulierendes Hormon) die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) im Hoden an.
LTH luteotropes Hormon (Prolaktin) (regt die Milchbildung in den Brustdrüsen an).

 

Hormonspeicherung im Hinterlappen (Hirnteil)
 

Oxitozin  steigert die Kontraktionskraft der Gebärmuttermuskulatur und bewirkt die Milchsekretion in den Brustdrüsen
Adituretin  (ADH = antiduretisches Hormon) vermindert die Harnausscheidung

 

Epiphyse (Zwirbeldrüse)

Die Epiphyse liegt im hinteren Bereich des Zwischenhirns. Sie hat Einfluß auf die Prolaktinbildung im Hypophysenvorderlappen und auf die innere Zeitsteuerung des Körpers.
 
 
 

Schilddrüse

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes auf der Luftröhre. Sie besteht aus zwei seitlichen Drüsenlappen und einem verbindenden Mittelstück. Hauptaufgabe der Schilddrüse ist die Regulation des Grundumsatzes und die Förderung der normalen geistigen und körperlichen Entwicklung.

Thyroxin und Trijodthyronin sind jodhaltige Hormone, die den Stoffwechsel anregen und den Grundumsatz steigern. Sie führen zu einer Pulsbeschleunigung, höheren Erregbarkeit und zur Steigerung der Körpertemperatur. Bei Heranwachsenden fördern sie das Wachstum und Reifungsprozesse. Die Bildung von Thyroxin wird vom TSH der Hypophyse gefördert. Zum Aufbau von Thyroxin und Trijodthyronin muß Jod mit der Nahrung aufgenommen werden.

Calcitonin wird ebenfalls in der Schilddrüse produziert. Es fördert den Calciumeinbau in den Knochen und steigert die Calciumausscheidung über die Nieren. Die Folge ist eine Senkung des Blutcalciumspielgels. Zusätzlich beeinflußt Calcitonin auch den Phosphathaushalt.
 
 

Nebenschilddrüsen

Die vier etwa linsengroße Nebenschilddrüsen produzieren das Parathormon. Sie werden auch Epithelkörperchen genannt. Das Parathormon bewirkt einen Calciumabbau aus den Knochen, eine vermehrte Calciumresorption aus dem Darm und eine verminderte Calciumausscheidung über die Nieren. Die Folge ist eine Erhöhung des Blutcalciumspiegels.

Das Parathormon der Nebenschilddrüsen und das Calcitonin der Schilddrüse haben damit eine gegenteilige Wirkung auf den Calciumgehalt des Blutes.
 
 

Thymus

Der Thymus ist ein lymphatisches Organ hinter dem Brustbein. Eine Hormonbildung des Thymus wird vermutet, ein Wirkstoff konnte aber noch nicht nachgewiesen werden.
 
 

Nebennieren

Die hormonbildenden Nebennieren liegen beidseits kappenförmig auf den Nieren. Im Aufbau unterscheidet man Nebennierenrinde und Nebennierenmark. Während die Nebennierenrinde unter dem Einfluß er Hypophyse steht (gesteuert durch das Hormon ACTH), steht das Nebennierenmark in enger Beziehung zum Sympathikus des veg. NS.
 
 

Hormone der Nebennierenrinde
 

Glukokoritkoide heben den Blutzuckerspiegel an, wirken entzündungshemmend, bremsen Überempfindlichkeits- reaktionen
Mineralokortikoide regulieren den Salz- und Wasserhaushalt Geschlechtshormone (z. B. Androgene =  männlich prägende Hormone)

 

Hormone des Nebennierenmarks
 

Adrenalin  steigert vor allem die Herzleistung und den  Stoffwechsel
Noradrenalin  steigert in erster Linie den Blutdruck durch Erhöhung des Widerstand des in den peripheren Gefäßen und senkt die Pulsfrequenz; es aktiviert ebenfalls den Stoffwechsel.

Adrenalin und Noradrenalin sind Erregungsmittel des sympathischen Systems.
 
 

Langerhans’sche Inseln

Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einem Drüsenkörper, der den enzymatisch angereicherten Bauchspeichel für die Verdauung liefert, und eingestreuten Zellinseln zur Hormonbildung.

Die hormonbildenden Zellinseln bilden zwei Hormone mit gegenteiliger Wirkung auf den Kohlehydratstoffwechsel: Insulin und Glukagon.

Insulin      - senkt den BZ-Spiegel
Glukagon - erhöht den BZ-Spiegel

Eine unzureichende Insulinproduktion führt zur Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus.
 
 

Keimdrüsen

Die Keimdrüsen haben nicht nur Bedeutung für die Fortpflanzung, sonder neben der Nebennierenrinde auch für die Bildung von Geschlechtshormonen. Bei der Frau bilden die Eierstöcke weibliche Geschlechtshormone, die Östrogene und Gestagene, deren wichtigster Vertreter das Progesteron ist. Beim Mann werden in den Hoden männliche Geschlechtshormone, die Androgene gebildet. Das wichtigste männliche Geschlechtshormon ist das Testosteron.


 

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