Die Zytologie beschäftigt sich mit dem
Aufbau und den Eigenschaften der Zellen.
Zellen sind die kleinsten
selbständigen Funktionseinheiten innerhalb
des Organismus.
Sie haben einen eigenen
Stoffwechsel, d. h. sie nehmen
Stoffe auf, verarbeiten sie und geben Endprodukte
wieder ab. Sie können sich
vermehren, sie können
wachsen, sind in der Lage,
Reize aufnehmen und zu
verarbeiten und sie können sich
bewegen.
Voraussetzungen für diese Zelleistungen
sind eine weitgehend gleichbleibende Umgebung und
die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen
und Sauerstoff, sowie der Abtransport von
Stoffwechselendprodukten.
Die wesentlichen Bestandteile und Leistungen
sind bei allen Zellen des Körpers gleich.
Die Zellen können jedoch auf verschiedene
Aufgaben spezialisiert sein. So verrichten
Muskelzellen z. B. mechanische Arbeit,
während Drüsenzellen Stoffe produzieren
und absondern. Dabei weisen die Zellen in
Größe, Form und Feinbau Unterschiede
auf.
Aufbau der Zelle
Alle Zellen bestehen
aus einem Zelleib und
einem Zellkern. Zytoplasma und
Zellkern bilden eine Einheit, die zur vollen
Funktionsfähigkeit der Zelle erforderlich
ist. Fehlt der Zellkern, wie
etwa in den roten Blutkörperchen, so
kann sich die Zelle nicht mehr
vermehren.
Zytoplasma
Das Zytoplasma macht die
Hauptmasse der meisten Zellen aus. Es ist
von der Zellmembran umgeben, die den
Stoffaustausch mit der Umgebung reguliert, so
daß die Stoffkonzentrationen in der Zelle
konstant bleiben. Im Zytoplasma kann man neben
dem Grundplasma verschiedene Zellorganellen
unterscheiden, die als kleine Zellorgane
spezielle Aufgaben erfüllen. Zusätzlich
enthalten manche Zellen noch Metaplasma und
Paraplasma.
Zellorganellen
Zu den Zellorganellen
gehören Mitochondrien,
endoplasmatisches Retikulum, Ribosomen,
Lysosomen, Zentriolen und Golgi-Apparat.
Die Mitochondrien sorgen als
Kraftwerke der Zellen für
die Energiegewinnung. Auf dem
Blutweg herantransportierte Nährstoffe
werden in den Mitochondrien unter
Sauerstoffverbrauch zu Kohlendioxid und Wasser
abgebaut, wobei Energie für den
Zellstoffwechsel freigesetzt wird. Die
freiwerdende Energie wird in Form der chemisches
Substanz Adenosintriphosphat der Zelle für
energieabhängige Prozesse zur Verfügung
gestellt. Solch ein energieabhängiger
Prozeß ist z. B. die Muskelarbeit. In
Muskelzellen findet man deshalb besonders viele
Mitochondrien.
Das endoplasmatische Retikulum
ist ein netzartiges System von kleinen
Röhren und Kanälen im Plasma. Es
unterteilt das Zellinnere und dient dem
Stofftransport.
Auf den Außenflächen der Röhren
kann man oft kleine Körnchen erkennen. Dies
sind Ribosomen; sie enthalten
Ribonukleinsäuren und sind für
den Eiweißaufbau in der Zelle
verantwortlich.
Der Golgi-Apparat besteht aus einem
Lamellensystem, in dem Stoffe gespeichert werden
können und von dem aus Stoffe aus der Zelle
herausgeschleust werden. Der
Golgi-Apparat enthält Sekrete. Man
findet ihn daher gehäuft in den
Drüsenzellen des Körpers.
Die bläschenartigen
Lysosomen stellen eine Art
Verdauungssystem der Zelle dar. Sie
enthalten auflösende Enzyme, um aufgenommene
Fremdpartikel, Zellbruchstücke oder
zelleigene Abfallprodukte abzubauen.
Die Zentriolen sind Strukturen
im Zytoplasma, die bei der
Zellteilung eine Rolle spielen, indem
sie bei der Trennung der
Chromosomen mitwirken.
Metaplasma. Unter diesem Begriff werden
Myofibrillen, Neurofibrillen und Tonofibrillen
zusammengefaßt. Myofibrillen sind
verkürzte Faserellemente in den
Muskelzellen, die das Zusammenziehen des Muskels
ermöglichen. Neurofibrillen dienen der
Erregungsleitung in den Nervenzellen und
Tonofibrillen sorgen als Faserelemente in den
Epithelzellen für deren Zusammenhalt.
Paraplasma = leblose Zelleinschlüsse im
Zytoplasma. Es kann sich dabei um
Nährstoffe, Pigmente oder Fremdkörper
handeln.
Zellkern
Der Zellkern enthält die
Erbinformationen der Zelle.
Durch die Kernmembran wird der Zellkern vom
Zytoplasma getrennt. Poren in der Kernmembran
dienen dem Stofftransport zwischen Kern und
Zytoplasma.
Das Chromatin ist der mit basischen Farbstoffen
färbbare Anteil des Kerns. Aus der
Chromatinsubstanz gehen bei der Zellteilung die
Chromosomen als fadenförmige Gebilde hervor.
Die Chromosomen sind die Träger der
Erbanlagen. Sie bestehen größtenteils
aus Desoxyribonucleinsäure (DNS).
Das Kernkörperchen ist ein homogen
aussehender runder Körper im Zellkern. Er
stellt ein Stoffwechselzentrum dar und übt
Schlüsselfunktionen bei der Proteinsynthese
aus. In ihm findet man vor allem
Ribonukleinsäure (RNS).
Zellteilung (Für
Zahnarzthelferinnen nicht Prüfungsstoff
Jede neue Zelle entsteht durch Teilung einer
schon bestehenden Zelle. Die Teilung aller
Zellen, mit Ausnahme der Ei- und Samenzellen bei
der Reduktionsteilung, wird Mitose genannt, da
die Chromosomen während der Zellteilung als
fadenförmige Gebilde erkennbar werden. Dabei
wird der Genbestand verdoppelt und dann
gleichmäßig auf die Tochterzellen
verteilt, so daß jede Tochterzelle den
gleichen Genbestand wie die Mutter hat. Bei Ei-
und Samenzellen nennt man diesen Vorgang Meiose.
Die Mitose verläuft in vier Phasen:
Prophase
Die Kernmembran lößt sich auf, der
Nukleolus ist nicht mehr erkennbar. Dagegen
werden die Chromosomen sichtbar. Sie sind der
Länge nach gespalten, d. h. die Verdopplung
der Erbanlagen hat breites stattgefunden. Die
doppelt angelegten Zentriolen trennen sich und
wandern jeweils an entgegengesetzte Zellpole.
Metaphase
Die Chromosomen ordnen sich in der Mitte
sternförmig an. Von den Zentriolen ziehen
Spindelfasern zu den einzelnen Chromosomen.
Anaphase
Die jeweils gegenüberliegenden Chromosomen
trennen sich und wandern zu den entgegengesetzten
Zellpolen.
Telophase
Der Zelleib schnürt sich in der Mitte
durch. Kernmembran und Nukleolus erscheinen
wieder.
Bewegung
Zellbewegungen sind auf drei Arten
möglich:
Die amöboide Bewegung dient der
Fortbewegung einzelner Zellen. Sie ist für
die weißen Blutkörperchen
zuständig. Sie wandern, indem sie ihre
Zellform durch Zytoplasmasstülpungen
verändern.
Flimmerbewegung der Flimmerhaare. Sie findet bei
dichtem Zellüberzug im Flimmerepithel der
Luftwege statt.
Bewegung der Muskelzellen. Sie ermöglicht
Körperbewegungen durch die Muskulatur.
Alle drei Bewegungsarten liegt derselbe
Mechanismus zugrunde. In den Zellen befinden sich
Myofibrillen, die sich durch Zusammenziehen
verkürzen können und so die Bewegungen
durchführen.
Stoffwechsel
Die vielfältigen Stoffwechselleistungen der
Zelle lassen sich in einen Baustoffwechsel und
einen Betriebsstoffwechsel unterteilen.
Durch den Verdauungsvorgang im Körper wird
die aufgenommene Nahrung in ihre Bestandteile
zerlegt und über den Blutweg zu den
einzelnen Körperzellen transportiert.
Im Baustoffwechsel der Zellen werden die
Nährstoffe dann zum Aufbau
körpereigener Produkte verwendet. Die
für diese Prozesse benötigte Energie
wird im Betriebsstoffwechsel gewonnen, indem
Nährstoffe und nicht mehr benötigte
körpereigene Stoffe zu den Endprodukten
Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden.
Für die meisten Stoffwechselvorgänge
werden Enzyme benötigt. Dies sind
Eiweiße, die den Ablauf chemischer
Reaktionen beschleunigen.
Stoffaufnahme und -abgabe
Die Aufnahme fester ungelöster Partikel
durch die Zelle wird Phagozytose genannt. Die
Zelle umfließt den Fremdkörper und
bildet eine Zellmembrantasche, die dann
abgeschnürt als Vakuole im Zellinneren
liegt. Der Fremdkörper kann in der Zelle
gespeichert oder abgebaut werden.
Sekretion ist die Bildung und Abgabe
zellspezifischer, eigens zur Ausscheidung
vorgesehener Stoffe. Während der
Proteinanteil der Sekrete in den Ribosomen
gebildet wird, dient der Golgi-Apparat der
weiteren Zubereitung, Speicherung und Abgabe der
Sekrete.